Protest angekündigt

Viele Unterstützer bei feministischem Perchtenlauf

Steiermark
16.01.2026 17:15

Die Omas gegen Rechts riefen am Freitagnachmittag in Graz zum ersten feministischen Perchtenlauf auf. Im Vorfeld kündigte die Krampus-Szene eine Protestaktion an – was vor allem dazu führte, dass die Perchtinnen viel Unterstützung bekamen.

Wie sorgt man on- und offline für Empörung? Am besten, man nimmt etwas, das gemeinhin als Tradition gilt – etwa einen Perchtenlauf –, und stellt das Adjektiv „feministisch“ voran. So hat es die Initiative Omas gegen Rechts kürzlich getan und an die steirischen Medien kommuniziert. „Wir treiben die Unmenschlichkeit aus“, lautet das Motto der Aktion von Künstlerin Christine Teichmann. „Der heidnische Brauch des Winteraustreibens hat durch den Klimawandel an Bedeutung verloren. Deswegen wollen wir Rassismus, Frauenfeindlichkeit und rechte Hetze austreiben.“

Im Netz sorgte die Schlagzeile für viele – vor allem negative – Kommentare. Der Brauchtumsverein Ringkogel Pass Hartberg rückte aus, um eine Protestaktion anzukündigen. Am Freitag versammelten sich schließlich rund 20 Männer und Frauen aus der Krampus-Szene am Grazer Hauptplatz zum „stillen Protest“. „Feminismus ist im Brauchtum schon lange angekommen“, sagt Uwe „Stücki“ Stückelschwaiger aus Hartberg. Aber Ideologie und Politik hätten bei Krampusläufen nichts verloren.

20 Vertreter der Krampus-Szene kamen zum „stillen Protest“.
20 Vertreter der Krampus-Szene kamen zum „stillen Protest“.(Bild: Jürgen Fuchs)

Mit Glocken und G‘stanzln durch die Stadt
Gar nicht leise waren hingegen die Perchtinnen der Omas gegen Rechts. Mit Glocken zogen sie in selbst gebastelten Kostümen aus dem Rathaus und trugen, begleitet von einer Quetschn, ihre politischen G‘stanzln vor: „Wir befreien die Welt von Rassismus, Diskriminierung, Patriarchat und Sexismus.“ Etwa 200 bis 300 Unterstützerinnen und Unterstützer kamen zu der Demo – viele davon motiviert vom angekündigten Gegenprotest.

So war das erste feministische Perchtenlauf in Graz – klicken Sie sich durch die Galerie
So war das erste feministische Perchtenlauf in Graz – klicken Sie sich durch die Galerie(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)
(Bild: Jürgen Fuchs)

Vor dem Landhaus kritisierten die Perchtinnen die FPÖ für Sozialkürzungen („Das nützt nicht dem Volk, sondern den Reichen“), vor der Stadtpfarrkirche die Volkspartei („Die ÖVP war einst eine Christenpartei, jetzt ist sie beim Sozialabbau fleißig dabei“). Nach einem Zwischenstopp bei der Polizei in der Schmiedgasse („Wer behauptet, das Klima sei nicht in Gefahr, der hält die Welt als Scheibe für wahr“) zog man weiter zum Hauptplatz, wo die Aktion mit „Tanz und Geschrei“ endete.

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