Verstehen Sie „Dütsch“? Künftig sollen in Vorarlberger Deutschkursen verstärkt auch der regionale Dialekt und die Alltagskultur vermittelt werden. Das Land und der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) haben ein gemeinsames Pilotprojekt initiiert.
Wenn Vorarlberger sprechen, dann tun sie das in der Regel in ihrem regionalen Dialekt. Die Sprache schafft nicht nur Wirklichkeit, sondern ermöglicht auch Zugänge. Denn wer im Dialekt miteinander kommuniziert, betont im Subtext immer auch das Gemeinsame, das Verbindende.
Dass Sprachkompetenz der Schlüssel für eine gelingende Integration ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Im Ländle geht man nun einen Schritt weiter: Der Österreichische Integrationsfonds und das Land Vorarlberg haben im Zuge eines Pilotprojekts eine bundeslandspezifische Ausgabe des Unterrichtsmagazins „Deutsch lernen“ konzipiert. Die neue Sonderausgabe verbindet Sprachförderung mit regionalem Wissen – dieses reicht vom Dialekt über die Landeskunde bis hin zur Alltagskultur.
Die Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Diese gelingt dort, wo die Verständigung passiert und gelebt wird.

Daniel Allgäuer, Landesrat
Bild: Vorarlberger Freiheitliche
Vorarlberg in seiner ganzen Vielfalt
Das Magazin richtet sich sowohl an Deutschlernende als auch Deutschlehrende und soll in allen Kursen Anwendung finden. Integrationslandesrat Daniel Allgäuer (FPÖ) ist vom Nutzen überzeugt: „Wer Deutsch lernt, soll auch Vorarlberg mit all seiner Vielfalt entdecken – vom Dialekt, über unsere Kultur bis hin zum Alltag der Menschen.“
Integration gelinge schließlich dort am besten, „wo die Verständigung gelebt wird“. Der inhaltliche Schwerpunkt des OIF-Magazins liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Vorarlberger Dialekt. Typische Redewendungen und Ausdrücke werden praxisnah vorgestellt und im direkten Vergleich zur Standardsprache geübt.
Ein Signal dafür, sich integrieren zu wollen
Über eigens produzierte Hörbeiträge wird den Lernenden ein Eindruck darüber vermittelt, wie Sprache in Alltagssituationen klingt – oft auch in Verbindung mit der regionalen Kultur. So spricht etwa eine Bregenzerwälderin über die Kunst des Sennens, es werden die großen „Errungenschaften“ der Vorarlberger Kulinarik (Riebel, Senf, Funkaküachle, Käsknöpfle) vorgestellt, genauso aber die lange Tradition und Meisterschaft in Holzbau und Architektur. Und auch wenn die Einlassungen teils nur oberflächlich sind, so erschließt sich doch der Hintersinn des Projekts.
Es geht um die Wirkung von Sprache: Wenn jemand statt „How are you?“ „Wia goht‘s?“ sagt, mag das inhaltlich keinen Unterschied machen, es wird aber damit zugleich eine klare Botschaft ausgesendet – nämlich, dass man Willens ist, sich mit Land und Leuten auseinanderzusetzen. Und so öffnet sich womöglich die eine oder andere Tür.
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