Di, 21. Mai 2019
05.05.2019 08:03

Übung bestätigt

Nordkorea: „Raketentest von Kim selbst überwacht“

Unter der Aufsicht von Machthaber Kim Jong Un hat Nordkorea nach eigenen Angaben Langstrecken-Mehrfachraketenwerfer und taktische Lenkwaffen getestet. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete am Sonntag, die Übung habe am Samstag stattgefunden. Das Regime bestätigte damit südkoreanische Berichte über einen Raketentest des kommunistischen Nachbarlandes. Nordkorea feuerte demnach erstmals seit mehr als einem Jahr eine Kurzstreckenrakete ab. US-Präsident Donald Trump zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass Kim sich an seine Zusagen halten werde.

Laut KCNA sollten bei der von Kim beaufsichtigten „Angriffsübung“ die „Betriebsfähigkeit und Genauigkeit von großkalibrigen Langstrecken-Mehrfachraketenwerfern sowie von taktischen Lenkwaffen“ geprüft werden. Die Tests hätten über dem Ostmeer bzw. Japanischen Meer stattgefunden. Kim habe zudem „die Kampfleistung von Waffen und Ausrüstung“ begutachtet und die Soldaten an die „eiserne Wahrheit“ erinnert, „dass wahrer Frieden und Sicherheit nur durch machtvolle Stärke gesichert und garantiert“ seien.

Trump: „Kim wird Versprechen nicht brechen“
Südkoreas Generalstab hatte am Samstag gemeldet, der verfeindete Nachbar habe „eine Reihe von Kurzstreckenprojektilen“ abgefeuert. Die Geschosse seien 70 bis 200 Kilometer weit geflogen und ins Ostmeer bzw. Japanische Meer gestürzt. Zunächst hatte der Generalstab von einer „unidentifizierten Kurzstreckenrakete“ gesprochen. In einer Reaktion auf die südkoreanischen Angaben schrieb Trump auf Twitter, zwar sei „auf dieser sehr interessanten Welt“ alles möglich, er glaube aber, dass Kim sich des „großen wirtschaftlichen Potenzials“ Nordkoreas bewusst sei und dieses nicht beschädigen wolle.

Kim wisse, dass er - Trump - auf seiner Seite sei, und wolle „sein Versprechen an mich nicht brechen“. Es werde zu einer Einigung zwischen den beiden Staaten kommen, sagte der US-Präsident mit Blick auf die zuletzt gescheiterten Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm. Kim hatte sich bei einem Gipfeltreffen mit Trump im vergangenen Jahr in Singapur grundsätzlich auf eine Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel verständigt. Konkrete Schritte wurden allerdings nicht vereinbart.

Südkorea „sehr besorgt“
Ihren zweiten Gipfel im Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi brachen Kim und Trump ergebnislos ab. Nordkorea hatte eine Aufhebung der Sanktionen gefordert, über eine Gegenleistung wurde aber keine Einigung erzielt. Experten zufolge versucht das Kim-Regime nun, in den festgefahrenen Atomverhandlungen den Druck zu erhöhen. Südkorea erklärte, das Abfeuern der Geschosse verstoße gegen ein militärisches Abkommen, das die beiden Länder im vergangenen Jahr unterzeichnet hätten. Die Regierung sei „sehr besorgt“.

Den letzten nordkoreanischen Raketentest hatte es im November 2017 gegeben. Im vergangenen Jahr nahm Nordkorea keinen Raketen- oder Atomtest vor, stattdessen fanden erstmals Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump sowie mit Südkoreas Präsident Moon Jae In statt.

Nur 300 Gramm Lebensmittel pro Person
Das international isolierte Nordkorea hat offenbar mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Laut einem Bericht, den die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und das Welternährungsprogramm (WFP) am Freitag in New York vorstellten, hat die Regierung die Lebensmittelrationen für Millionen hilfsbedürftige Einwohner drastisch reduziert. Statt täglich 380 Gramm pro Person gebe es seit Jänner nur noch 300 Gramm.

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