Do, 23. Mai 2019
25.04.2019 17:09

Nach Treffen mit Kim

Putins Botschaft an USA: „Atomkonflikt lösbar“

Zwei Monate nach seinem abgebrochenen Gipfel mit US-Präsident Donald Trump sucht Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un jetzt die Nähe zu Russland. Am Donnerstag traf er dazu erstmals mit Kremlchef Wladimir Putin in der Hafenstadt Wladiwostok zusammen. Nach der freundlichen und „sehr substanziellen“ Begegnung zeigte sich der russische Staatschef zuversichtlich, dass der jahrelange Atomkonflikt Nordkoreas mit den USA gelöst werden könne. „Sie brauchen nur eine Garantie für ihre Sicherheit. Das ist alles“, mimte Putin den Boten und teilte der internationalen Staatengemeinschaft - allen voran den USA - mit, an welche Bedingungen Kim eine Denuklearisierung seines Landes knüpfe.

„Es gibt keine Geheimnisse“, sagte Putin bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz. Russland und die USA verfolgten ein gemeinsames Interesse bei der Denuklearisierung Nordkoreas, betonte der Kremlchef.

Russland fordert im Gegensatz zu den USA keine sofortige und komplette Aufgabe des Atomprogramms. Die russische Führung setzt sich vielmehr für ein etappenweises Vorgehen ein, bei dem es für Schritte bei der Abrüstung im Gegenzug eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea geben könnte. Seinen Dialog mit Kim bezeichnete Putin als konstruktiv und offen.

Delegationen nahmen Beratungen auf
Das Treffen unter vier Augen dauerte etwa zwei Stunden - doppelt so lange wie geplant. Im Anschluss verbrachten die Staatschefs gemeinsam weiter Zeit. Auch Delegationen beider Länder trafen zusammen. An den Gesprächen im äußersten Osten Russlands nahm auch der russische Außenminister Sergej Lawrow teil. Thema des mit Spannung erwarteten Treffens war auch die bilaterale Zusammenarbeit beim Handel und in humanitären Fragen. Russland will sich in Nordkorea am Bau von Öl- und Gasleitungen und an einer Erneuerung des Eisenbahnnetzes beteiligen. Wegen der nordkoreanischen Atom- und Raketentests haben die Vereinten Nationen scharfe Sanktionen gegen das isolierte Land verhängt.

Erstes Kim-Putin-Treffen
Es ist das erste Mal, dass Putin und Kim zu einem Gipfeltreffen zusammenkamen. Die Begegnung fand zwei Monate nach dem zweiten Treffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump statt. Dieses Gespräch in Hanoi im Februar war ohne greifbares Ergebnis abgebrochen worden. Die USA fordern eine atomare Abrüstung und einen Stopp des Raketenprogramms des mit Sanktionen belegten Landes. Nordkorea will eine Lockerung der Strafmaßnahmen.

Kim ist seit 2011 an der Macht. Er hat mit mehreren Raketen- und Atomtests für erhebliche Unsicherheit in der Region gesorgt. Nach einem heftigen verbalen Schlagabtausch zwischen Kim und Trump kam es im Juni 2018 in Singapur zur ersten Begegnung zwischen einem US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber. Kim und Trump verabredeten Schritte zur Entnuklearisierung der Koreanischen Halbinsel. Bedeutende Fortschritte gab es dabei aber nicht.

Mitte April zeigte sich Kim zwar offen für ein drittes Treffen mit Trump, er stellte aber die Bedingung, dass die USA mit der richtigen Einstellung teilnähmen. Er werde bis Jahresende warten, ob die USA zu einem Kurswechsel und mehr Flexibilität bereit seien. Zugleich warnte Kim vor der Gefahr neuer Spannungen. Nach dem Abbruch des Gipfels in Vietnam im Februar stelle sich ihm die Frage, ob Nordkoreas Entgegenkommen und Dialogbereitschaft weiterhin die richtige Strategie seien.

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