09.04.2019 16:29 |

1,3 Grad überm Schnitt

Sommer 2018 war der heißeste seit Messbeginn

Das vergangene Jahr begann überraschend kühl, um schließlich zu einem der drei heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden. So lässt sich das Vorjahr im Rückblick umreißen. Der in Wien bei der Generalversammlung der European Geosciences (EGU) in Wien vorgestellte Europäische Klimabericht weist den Sommer 2018 gar als den heißesten seit Messbeginn aus - mit 1,3 Grad Celsius über dem Schnitt.

Den Grundstock für den Bericht bilden Daten, die über das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mittels Satelliten gesammelt wurden. In Verbindung mit Messungen in ganz Europa und aus dem europäischen Teil der Arktis wurde das Papier mit dem Titel „European State of the Climate 2018“ am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) im englischen Reading erstellt.

Trend Richtung Erderwärmung setzt sich fort
Wie über die gesamten vergangenen vier Jahrzehnte setzte sich der klare Trend in Richtung Erwärmung auch im vergangenen Jahr fort. Nach einem Kaltstart - Februar und März lagen als einzige Monate im vergangenen Jahr temperaturmäßig unter dem langjährigen Mittel - mit teilweise überdurchschnittlichen Schneemengen etwa in Großbritannien nahm die Hitzewelle richtig Fahrt auf: Ab Spätfrühling bis in den Herbst hinein wurde vor allem in Zentral- und Nordeuropa ausnehmend warmes Wetter von mindestens einem Grad über dem Durchschnitt verzeichnet. „Ab April war es fast durchgehend deutlich wärmer“, sagte Freja Vamborg vom Copernicus Climate Change Service und dem ECMWF.

Die größte Anomalie war der Sommer, der sich als europaweit heißester bisher verzeichneter entpuppte. Doch auch der Herbst war einer der beiden wärmsten je gemessenen und mutete vielerorts entsprechend sommerlich an. Am ausgeprägtesten fiel die Frühlings- und Sommerhitze (April bis August) in Zentraleuropa mit rund 2,5 Grad Celsius über dem Temperatur-Schnitt aus. Unter dem langjährigen Mittel lag lediglich der Südwesten der Iberischen Halbinsel, heißt es in dem insgesamt zweiten Report seiner Art.

Weniger Regen, aber mehr Sonnenstunden
Gleichzeitig mit den Hitzewellen erreichten auch die Regenmengen in weiten Teilen Europas von Frühling bis Herbst nur rund 80 Prozent ihres üblichen Wertes. Die dementsprechenden Dürren führten zu Ernteausfällen und laut Vamborg rekordverdächtig niedrigen Pegelständen vieler Flüsse. Vor allem in Nordeuropa traten dementsprechend viele Waldbrände auf - die großen Feuer in Schweden gelten als die heftigsten der jüngeren Geschichte.

Teile Zentral- und Nordeuropas hatten überdies rund 40 Prozent mehr Sonnenstunden, in Deutschland wurden gar noch nie so viele verzeichnet. Etwas aus dieser Reihe fielen weite Teile Südeuropas, wo weniger Sonnenstunden und vor allem im Frühling deutlich größere Regenmengen registriert wurden.

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