21.03.2019 09:31 |

Trotz aller Vorwürfe

Mobbing an Schule: Lehrerin weiter im Amt

Erniedrigt und gedemütigt - und das über Jahre hinweg: Schwer wiegen die Anschuldigungen gegen eine Lehrerin einer AHS im Wiener Bezirk Währing, die quasi mit System Schüler schikaniert haben soll. So manches „Opfer“ der Pädagogin musste sich in der Folge sogar in psychotherapeutische Behandlung begeben. Doch gegen die pragmatisierte Pädagogin gab es bislang keinerlei Handhabe - könnte sich nun das Blatt wenden?

Die ersten Vorwürfe gegen die Pädagogin wurden bereits im Jahr 2013 erhoben. Mehrere Beschwerden waren eingegangen, die letztlich dazu führen sollten, dass die Lehrerin verpflichtend an einer Schulung für Sozialkompetenz teilnehmen musste. Von einem durchschlagenden Erfolg der Lektion konnte aber offenbar nicht gesprochen werden, die Demütigungen gingen danach weiter. „Liegt Dummheit in eurer Familie?“, war nur eine von vielen fragwürden Wortspenden der Pädagogin, die Schülern auch den Gang zur Toilette verwehrte oder Willkür bei der Notenvergabe gezeigt haben soll. Gespräche mit der Lehrerin, auch in Beisein von Eltern und Direktorin, hätten ebenfalls nicht gefruchtet, wie Betroffene berichteten.

Entlassung bei Pragmatisierten kaum durchsetzbar
Zwar wurden zahlreiche Beschwerden bei der Wiener Bildungsdirektion eingebracht, jedoch habe es nie klare rechtliche Tatbestände gegeben, um die pragmatisierte Lehrerin aus dem Dienst entfernen zu können, so der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer. Denn die Entlassung gilt bei einer Pragmatisierung als das allerletzte Mittel und ist nahezu unmöglich zu erreichen. Die Gründe für eine Entlassung sind eng gesteckt: Bestimmte strafrechtliche Verurteilungen führen im Fall einer Pragmatisierung automatisch zur Entlassung, darüber hinaus kann die Behörde das Dienstverhältnis auch wegen mangelnden Arbeitserfolgs beenden. Die Entlassung kann außerdem als Strafe in einem Disziplinarverfahren ausgesprochen werden.

Wie berichtet, läuft in diesem Fall mittlerweile auch das bereits zweite Prüfverfahren, das von der Volksanwaltschaft eingeleitet wurde. Schon vor zwei Jahren hatte man sich in einem Verfahren mit der Causa beschäftigt - damals kam man jedoch zum Ergebnis, dass die Behörde „im Rahmen ihrer Möglichkeiten alle nötigen Maßnahmen gesetzt“ habe.

Zahlreiche Beschwerden bereits eingegangen
Nun werden bis Freitagnachmittag weiter Stellungnahmen Betroffener gesammelt, wie es hieß. Eine Gruppe, in der auch Juristen vertreten sind, soll diese sichten. Mehr als ein Dutzend Beschwerden gingen bereits ein, und es werden laufend mehr. Ebenso hat sich das Bildungsministerium der Sache angenommen. Man werde sich „auf dem kurzen Dienstweg“ informieren lassen, welche Schritte in der Sache bisher gesetzt wurden, und hinterfragen. Bis Mitte der nächsten Woche wolle man so eruieren, ob tatsächlich sämtliche notwendigen Schritte gesetzt worden seien. Die Lehrerin befindet sich zurzeit laut „Heute“-Informationen im Krankenstand.

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