05.03.2019 21:21 |

Wächter attackiert

Radikalisierter Häftling sorgt für Terror-Einsatz

Terror-Großeinsatz wegen eines radikalisierten Häftlings in Frankreich: Ein gewalttätiger Islamist hat am Dienstag in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Normandie zwei Wärter unter „Allahu Akbar“-Rufen („Gott ist groß“) mit einem Messer schwer verletzt (siehe auch Video oben). Anschließend verschanzte sich der 27-Jährige mit seiner Lebensgefährtin in einem Zimmer. Elite-Polizeitruppen konnten die beiden nach einigen Stunden überwältigen. Der Tatort - ein Zimmer, in dem Häftlinge Besuch von ihren Familien bekommen dürfen - sei „ein Schlachtfeld“ gewesen: „Überall war Blut.“

Michaël C. hatte nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters am Dienstagmorgen unter „Allahu Akbar“-Rufen zwei Wachleute mit einem Messer schwer verletzt und sich dann mit seiner Lebensgefährtin in einem Zimmer verschanzt.

Nach Angaben eines Gewerkschaftsvertreters wurde ein Wachmann schwer am Oberkörper verletzt, ein zweiter erlitt Schnittverletzungen im Gesicht und am Rücken. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge wurden C. und seine Lebensgefährtin bei dem Polizeieinsatz durch Schüsse verletzt. Die Frau schwebe in Lebensgefahr. Beide hätten Stichwaffen bei sich gehabt. Die französische Justizministerin Nicole Belloubet sagte, es gebe „keine Zweifel“, dass es sich bei dem Angriff um Terrorismus handele.

Wächter mit Keramikmesser angegriffen
Der 27-Jährige war 2010 zum Islam konvertiert und ist in dem Gefängnis als „radikalisierter“ Islamist eingestuft. Er war nach Angaben der Haftanstalt mit einem Keramikmesser auf die Wachleute losgegangen. Die Polizei untersuchte, ob seine Lebensgefährtin es ihm ins Gefängnis mitgebracht hat. Keramikmesser lösen bei gängigen Metalldetektoren keinen Alarm aus.

Mehrere Detonationen bei Einsatz von Eliteeinheit Raid
Im Laufe des Tages mehrten sich rund um das Gefängnis die Anzeichen, dass ein Polizeieinsatz bevorstand: In unmittelbarer Nähe des Gebäudes wurden zwei Militär- und ein Rettungshubschrauber in Position gebracht, Polizisten der Eliteeinheit Raid trafen ein. Am Abend kam es dann zum Zugriff. AFP-Reporter vor Ort berichteten, man habe mehrere Explosionen gehört.

Frankreichs Gefängnismitarbeiter protestieren seit Langem immer wieder für mehr Sicherheit und bessere Arbeitsbedingungen. Innenminister Christophe Castaner bedankte sich via Twitter bei den am Einsatz beteiligten Polizisten: Sie hätten mit Mut, Besonnenheit und Professionalität gehandelt und „wieder einmal ihrer Uniform Ehre gemacht“.

Mann bei Raubüberfall im Jahr 2015 erwürgt
Michaël C. verbüßt in Condé-sur-Sarthe eine 30-jährige Haftstrafe für Entführung mit Todesfolge, bewaffneten Raub und für die Unterstützung von Terrorismus. Gemeinsam mit einem Komplizen hatte er im Jahr 2015 einen Mann bei einem Raubüberfall in dessen Haus erwürgt.

Ein zweites Mal wurde C. verurteilt, weil er seine Mithäftlinge dazu aufrief, den islamistischen Terroranschlag auf das Bataclan-Kulturzentrum in Paris zu wiederholen. Bei dem Anschlag im November 2015 starben 90 Menschen.

Die Haftanstalt in der Normandie gilt als eine der sichersten Frankreichs. Derzeit sitzen dort 110 Menschen in Haft. Obwohl C. als radikalisiert galt, war er laut Ministerin Belloubet nicht im zusätzlich gesicherten Trakt des Gefängnisses untergebracht, der vor wenigen Monaten eingerichtet wurde.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Vergewaltigung?
Enthüllung! Cristiano Ronaldo zahlte Schweigegeld
Fußball International
1. Titel verspielt
Marko Arnautovic scheitert im China-Cup-Halbfinale
Fußball International
Verdacht der Täuschung
Nächste Razzia: Anwalt im Visier der Soko Ibiza
Österreich
Talk mit Katia Wagner
Strache - seine Zukunft nach den Skandalen
Österreich
Tatwaffe Küchenmesser
Mann (54) niedergestochen - Ehefrau festgenommen
Niederösterreich
Juventus „baggert“
Zaubert Neymar bald an Cristiano Ronaldos Seite?
Fußball International

Newsletter