02.03.2019 15:38 |

Flug-Test in Florida

Elon Musks Raumschiff startet Reise ins Weltall

Die USA wollen wieder bemannte Flüge zur Internationalen Raumstation ISS schicken - und dabei nicht länger von Russland abhängig sein. Dazu hat das private Unternehmen SpaceX am Samstag einen unbemannten Testflug gestartet.

Das neue Raumschiff „Crew Dragon“ hob am Vormittag (MEZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida ab, wie Livebilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten. Es soll am Sonntag an die ISS andocken. An Bord sind keine Raumfahrer, sondern nur eine Puppe.

USA setzen auf private Unternehmen
Der Flug ist für die Amerikaner ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu bemannten Missionen durch das Unternehmen SpaceX von Tesla-Gründer Elon Musk. Seit dem Ende des Shuttle-Programms der US-Raumfahrtbehörde NASA im Jahr 2011 fliegen US-Astronauten mit russischen Sojus-Kapseln zur ISS. Die USA wollen künftig auf private Unternehmen für bemannte Flüge ins All setzen, um eigene Kapazitäten für Missionen wie zum Mond oder Mars nutzen zu können.

Puppe testet Bedingungen an Bord
NASA-Chef Jim Bridenstine schrieb nach dem Start auf Twitter: „Der heutige erfolgreiche Start markiert ein neues Kapitel der amerikanischen Exzellenz und bringt uns dazu, amerikanische Astronauten erneut mit amerikanischen Raketen zu fliegen.“ Nach Angaben der NASA soll mit dem Testflug sichergestellt werden, dass das Raumschiff und seine Systeme wie geplant funktionieren, „bevor wir die Crew an Bord holen“. Die mit Sensoren ausgestattete Puppe soll an Bord die Bedingungen für künftige Raumfahrer ermitteln. Der Raumfrachter hat Platz für sieben Menschen.

Bemannter Start im Frühjahr geplant
Im Frühjahr sollen SpaceX zufolge zum ersten Mal NASA-Astronauten an Bord der „Crew Dragon“ sitzen. Die beiden früheren US-Militärpiloten Bob Behnken und Doug Hurley trainieren derzeit für den Testflug. Anschließend soll die SpaceX-Kapsel zwei Raumfahrer für eine Langzeitmission zur Internationalen Raumstation bringen.

Das Unternehmen teilte am Samstag mit, es sei auch gelungen, die erste Stufe der Falcon 9 sicher zur Erde zurückzubringen. Der Booster landete demnach auf einer unbemannten Plattform von SpaceX im Ozean. Es sei das 35. Mal gewesen, dass ein solches Manöver funktioniert habe. Für die NASA ist es wichtig, dass Raketen wiederverwendet werden können. Auf diese Weise lassen sich die immensen Kosten der Missionen reduzieren.

USA setzt auf private Unternehmen
Die USA setzen bereits auf private Unternehmen, um die ISS mit Material und Lebensmitteln für die Besatzung versorgen. Erst im Dezember war der Raumfrachter „Dragon“ des Betreibers SpaceX zum Außenposten der Menschheit etwa 400 Kilometer über der Erde geflogen.

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