21.02.2019 06:00 |

Bildungs-Schandflecke

Mäuse, Kälte, Staub: Die schäbigsten Schulen Wiens

Ekel-Schock für 200 Kinder einer Volksschule in Wien: Nach einer Mäuse-Invasion ist die Lehranstalt zum Teil Sperrgebiet. Und es ist nicht der einzige Bildungs-Schandfleck der Stadt.

Ausgerechnet die Löwenschule in Wien-Donaustadt haben sich Mäuse als Winterquartier ausgesucht. Die Situation spitzte sich in den vergangenen Tagen so zu, dass einige Klassenräume seit Montag für den Unterricht gesperrt sind. 200 Kinder sind betroffen. Bereits in den vergangenen Jahren haben sich die Nagetiere in den Pavillons breitgemacht. Lebendfallen wurden aufgestellt und das Gebäude gereinigt, „um eine Gesundheitsgefährdung zu vermeiden“, erklärt eine Sprecherin des Bildungsstadtrats. Aber so schlimm wie heuer war es noch nie.

„Die Staubbelastung ist enorm“
Sorgen um die Gesundheit der Kinder und Lehrer macht sich auch Thomas Angerer. Er ist Elternvertreter einer anderen Volksschule, nämlich in der Vorgartenstraße 191 im 2. Bezirk, in der nicht Mäuse die Klassen heimsuchen, sondern Staubwolken. Der Grund: Die Räume werden gerade generalsaniert. „Der Umbau findet aber bei Vollbetrieb statt, und die Staubbelastung ist enorm“, kritisiert Angerer. „Die ersten Lehrer sind schon im Krankenstand“, so der Vater. „Das können wir nicht bestätigen“, dementiert wiederum die Bildungsdirektion. Dazu kommt, „dass sich die Kinder wegen des Lärms nicht konzentrieren können“, so Angerer. Erschwert wird der Unterricht durch das fehlende Platzangebot.

Eiskalter Turnsaal
Nächste Schule, nächste Bildungsbaustelle: In der Grünentorgasse (Alsergrund) wird ebenfalls saniert. „Viel zu spät“ und „nur scheibchenweise“ würde es vorangehen, sagen Elternvertreter. Wochenlang soll den Kindern insgesamt nur eine Toilette pro Stockwerk zur Verfügung gestanden sein. Ein weiteres Problem ist der Turnsaal, der im Winter eisig kalt ist. Anfang des nächsten Schuljahres steht er den Kindern gar nicht zur Verfügung: „Von September bis November bleibt er geschlossen“, kritisiert Lisa Fuchs, ÖVP-Bezirksparteiobfrau.

24 Millionen Euro teure Schule steht leer
Schon seit Jahren gesperrt und ungenutzt ist das Schulgebäude am Kinkplatz in Penzing. Das einstige Vorzeigeprojekt wurde vom Architekten Helmut Richter entworfen. 1995 wurde der 24-Millionen-Euro-Bau fertiggestellt. Seitdem häuften sich die Mängel: Das Dach wurde undicht, im Turnsaal schimmelte es, und in einigen Klassen mussten bei Regen Kübel aufgestellt werden. Scharfe Kritik an der Fehlkonstruktion gibt es seit Jahren von Gemeinderätin Sabine Schwarz (ÖVP).

100 neue Klassen
Die Bevölkerung der Stadt wird auch in den kommenden Jahren rasant wachsen. Allein 2019 schafft Wien daher mehr als 100 neue Klassen und investiert insgesamt 170 Millionen Euro. „Damit bauen wir jedoch nicht nur Klassenräume, sondern moderne Lernräume für 116.000 Schüler in Wiener Pflichtschulen“, betont Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

In die Sanierung von in die Jahre gekommenen Bildungseinrichtungen steckt die Stadt heuer 35 Millionen Euro. „Die Stadt muss bei den Schulsanierungen schneller in die Gänge kommen, denn eine desolate Schule bietet kein gutes Umfeld, um sich gut aufs Lernen zu konzentrieren“, kritisiert Christoph Wiederkehr (NEOS).

Isabella Kubicek, Kronen Zeitung

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