Dreifachsieg für ÖSV

GOLD, Silber, Bronze! Hirscher sorgt für Happy-End

Wahnsinn - was für ein Podium! Marcel Hirscher hat die rot-weiß-rote Ski-Ehre gerettet und im abschließenden WM-Slalom Österreichs erste und einzige Gold-Medaille bei der Ski-WM in Aare geholt! Mit zwei Traumläufen verteidigte der Salzburger am Sonntag seinen Titel - und überholte mit nun sieben Gold- und vier Silber-Medaillen sogar Rekordhalter Toni Sailer (7/1/0) in der ewigen Bestenliste. Aber nicht nur das! Auch Silber und Bronze gingen mit Michi Matt und Marco Schwarz an Österreich! Was für ein WM-Happy-End!

Wer, wenn nicht er? Superstar Hirscher bescherte Österreich also im allerletzten Rennen dieser Weltmeisterschaften im schwedischen Are die erste Gold-Medaille. Mit einem sensationellen 1. Lauf und einem abgebrühten 2. Durchgang sicherte er sich souverän zum zweiten Mal in Folge die Slalom-Krone, zum dritten Mal in seiner Karriere. Hirscher jubelte: „Als ich hier in Aare angekommen bin, war es nicht selbstverständlich, dass ich hier fahren kann. Ich sage DANKE an das ganze Team, Material-Sektor, Video-Analysten. Sie alle haben einen schweren Job gehabt. Ich selbst wollte Vollgas geben, dann hab‘ ich gesehen, ich muss nicht mit der Brechstange fahren, einfach schön Tempo mitnehmen. Mannschaftlich war es einfach eine super, super Leistung. Michi und Marco waren auch so stark. Ich bin einfach so erleichtert.“

Erst Silber, dann Gold
Mit einer Silber-Medaille im Riesentorlauf hatte er seine persönliche WM eröffnet - und war nun mit Gold und Silber aus zwei Starts natürlich wieder einmal sensationell unterwegs. Holt Marcel - und alles sieht jetzt schon danach aus - nun auch noch den Gesamtweltcup, war es einmal mehr eine unfassbare Saison des wohl besten Skifahrers aller Zeiten. Drei vierte Plätze „kassierte“ Österreich bei dieser WM, war somit lange Zeit Pechvogel Nummer eins - nach diesem Slalom-Triumph ist dies aber alles vergessen.
Denn Silber und Bronze gingen auch an den ÖSV. Marco Schwarz holte seine dritte Medaille bei diesen Titelkämpfen, was keinem anderen Mann gelang. Nach Silber im Teambewerb und Bronze in der Kombi eroberte er nun auch noch die Bronzene im Slalom. Silber schnappte sich Michael Matt, der zwei bärenstarke Läufe in den Schnee setzte. „Ich bin sehr, sehr happy, hab alles so erwischt, wie ich es mir vorgenommen habe.“

Perfekte Ausgangslage nach 1. Lauf
„Das war sicher ein Lauf, den ich mir noch oft in meinem Leben anschauen werde“, hatte Hirscher nach dem ersten, fast perfekten Lauf gesagt. „Aber es ist nur Halbzeit. Ich darf mich nicht zu sehr freuen, es heißt konzentriert bleiben und die Skier nochmals so runtertreiben, dann kann was Gutes draus werden“, so der Titelverteidiger weiter. „Auf diesem Kurs muss man volle Kanne attackieren.“ Und das tat er dann auch! Mit nun elf Medaillen bei Weltmeisterschaften zog Hirscher mit dem Luxemburger Marc Girardelli (11) und dem Norweger Lasse Kjus (11) gleich, nur noch der Norweger Kjetil Andre Aamodt (12) liegt vor ihm. Auf Weltcup-Ebene bewegt sich Hirscher schon länger in eigenen Sphären. Der vierfacher Welt-Alpinskisportler des Jahres und fünffache Sportler des Jahres in Österreich ist auf dem besten Weg zu seinem achten Gesamtweltcup-Sieg in Folge.

Dem zweifachen Olympiasieger von Pyeongchang fehlen mit 68 Siegen im Weltcup noch 18 auf Ingemar Stenmark. Der Schwede war sich als Gast bei der WM in Aare sicher, dass er gegen Hirscher als Skirennläufer keine Chancen gehabt hätte. „Er ist so stark. Er hat alles, die Physis, er ist stark im Kopf.“ Vor allem die Fähigkeit, sich nach nicht so guten Ergebnissen wiederaufzurichten, imponiert dem früheren Slalom- und Riesentorlauf-Spezialisten. Wie lange Hirscher noch weiterfährt, ist offen. Sein Leben hatte sich ja im vergangenen Jahr stark verändert. Im Juni heiratete er seine Langzeitfreundin Laura, Anfang Oktober wurden sie Eltern eines Buben. „Es ist ein bisschen eine Sucht dahinter, das Skifahren, vor allem der Wettkampf ist das, was den Rest am Leben erhält“, sagte er über die Fortsetzung seiner Karriere. Freilich gäbe es jetzt aber „mehrere Prioritäten“, er wolle seine Rolle als Familienvater „sehr ernst nehmen“.

Deshalb hält er das Rahmenprogramm rund um die Rennen sehr knapp, erfüllt nur die Pflicht. Bei den Winterspielen im Februar 2018 in Pyeongchang machte der Absolvent der Hotelfachschule Bad Hofgastein, der sein erstes Weltcup-Rennen am 17. März 2007 als Junioren-Weltmeister im Riesentorlauf in Lenzerheide fuhr, die Karriere mit zwei Goldmedaillen rundum perfekt. Es waren wichtige Mosaiksteinchen im Erfolgspuzzle, an dem er aber immer noch kräftig zubaut. Generell setzt Hirscher auf Kontinuität in seinem Umfeld, auf beruflicher Seite begleiten ihn u.a. die Skifirma Atomic, sein Trainer Michael Pircher, sein Pressesprecher Stefan Illek und natürlich Vater Ferdinand seit Jahren. Der schnauzbärtige Skilehrer „Ferdl“ ist die Konstante am Pistenrand. Das Erfolgsgeheimnis des Sohnes? „Das liegt sicher in seiner Kindheit. Er ist auf der Alm aufgewachsen, er war immer koordinativ sehr gut. Das kommt ihm heute zugute.“

Das Ergebnis:
1. Marcel Hirscher (AUT) 2:05,86 Minuten
2. Michael Matt (AUT) +0,65 Sekunden
3. Marco Schwarz (AUT) +0,76
4. Alexis Pinturault (FRA) +0,93
5. Ramon Zenhäusern (SUI) +0,96
6. Manuel Feller (AUT) +1,04
7. Clement Noel (FRA) +1,09
8. Henrik Kristoffersen (NOR) +1,12
9. David Ryding (GBR) +1,17
10. Stefano Gross (ITA) +1,47
11. Christian Hirschbühl (AUT) +1,50
12. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) +1,67
13. Andre Myhrer (SWE) +1,69
14. Loic Meillard (SUI) +1,94
15. Alexander Choroschilow (RUS) +1,99
16. Victor Muffat-Jeandet (FRA) +2,23
17. Zan Kranjec (SLO) +2,28
18. Manfred Mölgg (ITA) +2,39
19. Alex Vinatzer (ITA) +2,45
20. Mattias Hargin (SWE) +2,53
21. Elias Kolega (CRO) +2,56
22. Giuliano Razzoli (ITA) +2,59
23. Jonathan Nordbotten (NOR) +3,50
24. Simon Fournier (CAN) +3,56
25. Anton Tremmel (GER) +3,92
26. Filip Zubcic (CRO) +4,25
27. Tanguy Nef (SUI) +4,74
28. Juan del Campo (ESP) +5,14
29.
Linus Straßer (GER) +5,75
30. Jens Henttinen (FIN) +6,60

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Daniel Yule (SUI), Julien Lizeroux (FRA), Albert Popow (BUL), Istok Rodes (CRO)
Disqualifiziert im 2. Durchgang: Felix Neureuther (GER)

Steckbrief von Marcel Hirscher
Geboren: 2. März 1989 in Hallein
Wohnort: Annaberg/Salzburg
Familienstand: verheiratet mit Laura, ein Sohn (geb. 2018)
Verein: SC Annaberg
Hobbys: Motocross, Kajak, Musik
Größte Erfolge:
Olympia (2 Gold, 1 Silber): Gold Kombination 2018 Pyeongchang; Gold Riesentorlauf 2018 Pyeongchang; Silber Slalom 2014 Sotschi; 4. Riesentorlauf 2010 und 2014, 5. Slalom 2010
WM (7 Gold, 4 Silber): Gold Slalom 2013 Schladming; Gold Alpine Kombination 2015 Vail/Beaver Creek; Gold Riesentorlauf und Gold Slalom 2017 St. Moritz; Gold Teambewerb 2013 und 2015; Gold Slalom 2019 Aare; Silber Riesentorlauf 2013, Silber Riesentorlauf 2015, Silber Kombination 2017; Riesentorlauf 2019, 4. Riesentorlauf 2009
Weltcup: 7 Gesamtsiege (2011/12, 2012/13, 2013/14, 2014/15, 2015/16, 2016/17, 2017/18); Riesentorlauf-Weltcupsieger 2011/12, 2014/15, 2015/16, 2016/17, 2017/18; Slalom-Weltcupsieger 2012/13, 2013/14, 2014/2015, 2016/17, 2017/18; 68 Siege - 32 Riesentorlauf, 32 Slalom, 1 Super-G, 1 Parallel-Riesentorlauf, 2 City Event
Junioren-WM: Gold Riesentorlauf 2007 und 2008 sowie Slalom 2008; Silber Slalom 2007 und Super-G 2009; Bronze Riesentorlauf 2009
Europacup: 3 Siege; Gesamt- und Slalom-Sieger 2007/08
Auszeichnungen: Österreichs „Sportler des Jahres“ 2012, 2015, 2016, 2017, 2018; „Welt-Skifahrer“ 2012, 2015, 2016, 2018; „Europäischer Sportler des Jahres“ 2017

Steckbrief von Michael Matt
Geboren: 13. Mai 1993 in Bludenz/Vorarlberg
Wohnort: Flirsch am Arlberg/Tirol
Verein: SC Flirsch

Hobbys: Berggehen, Motorrad, Radfahren
Größte Erfolge:
Olympia (1 Silber/1 Bronze): Bronze Slalom 2018 Pyeongchang; Silber Teambewerb 2018 Pyeongchang
WM (2 Silber): Silber Slalom und Teambewerb 2019 Aare; 8. Slalom 2017 St. Moritz
Weltcup: 1 Sieg - Slalom Kranjska Gora 2017; jeweils Slalom-Zweiter 2016 Levi, 2018 Zagreb und Adelboden, City Event 2018 Oslo; Slalom-Dritter 2017 Aspen und 2018 Madonna

Steckbrief von Marco Schwarz
Geboren: 16. August 1995 in Villach
Wohnort: Radenthein/Kärnten
Verein: SC Bad Kleinkirchheim
Hobbys: Slackline, Trial, Trampolin
Größte Erfolge:
Olympia: Silber Teambewerb 2018 Pyeongchang; 4. Kombination und 11. Slalom 2018
WM (1 Silber, 2 Bronze): Silber Teambewerb sowie Bronze Slalom und Kombination 2019 Aare; 7. Slalom 2017 St. Moritz
Weltcup: 2 Siege - City Event Oslo und Kombination Wengen 2019; Zweiter Slalom 2018 Madonna; Dritter Slalom 2015 Madonna und 2016 Naeba
Junioren-WM: Gold Super-G und Bronze Abfahrt 2014 Jasna; Silber Slalom 2015 Hafjell
Olympische Jugendspiele: Gold RTL und Super-Kombi 2012 Innsbruck
Europacup: 2 Siege

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