12.02.2019 09:35 |

Putsch-Nachwehen

Großrazzia gegen Gülen-Anhänger in der Türkei

Die Generalstaatsanwaltschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara hat die Festnahme von mehr als 1000 mutmaßlichen Gülen-Anhängern im Zusammenhang mit dem Putschversuch vor zweieinhalb Jahren angeordnet. Zur Ergreifung der insgesamt 1112 Verdächtigen soll ein Einsatz in 76 Provinzen gestartet werden.

Die türkische Führung sieht den islamischen Prediger Fethullah Gülen als Drahtzieher des gescheiterten Putsches vom Juli 2016. Gülen lebt in den USA, die Türkei verlangt seine Auslieferung.

Die Gesuchten sollen nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu im Jahr 2010 bei dem Polizeikommissar-Examen betrogen haben. Demnach hätten sie die Prüfungsfragen vorher erhalten. Experten gehen davon aus, dass die Gülen-Bewegung im großen Stil Prüfungsfragen für die Polizei- oder Offizierslaufbahn besorgt hat, um ihren Anhängern eine Position im gehobenen Staatsdienst zu verschaffen. So habe die Bewegung es geschafft, den türkischen Staat zu unterwandern.

Erdogan: „Kampf gegen Gülen-Bewegung noch lange nicht vorbei“
Die Polizei führt regelmäßig Razzien gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger durch. Alleine in der vergangenen Woche wurden nach Angaben von Anadolu mehr als 370 mutmaßliche Unterstützer der Bewegung festgenommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst vor kurzem gesagt, dass der Kampf gegen die Gülen-Bewegung noch lange nicht vorbei sei.

Gülen und Erdogan waren lange Verbündete. Ein Zerwürfnis um Machtfragen wurde 2013 öffentlich, seitdem sind die beiden verfeindet.

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