07.02.2019 06:00 |

Stadt wusste nix davon

Wien als neues Zentrum der Milli-Görüs-Jugend

In vielen Staaten wegen „islamistischer Tendenzen“ umstritten, eröffnete Milli Görüs in Wien jetzt das Hauptquartier einer europaweiten Jugendvereinigung, um islamische Werte und die Bruderschaft zu verbreiten. Die Stadt erfuhr erst durch „Krone“-Recherchen davon, der Verfassungsschutz prüft, die ÖVP ist empört.

Nach der Eröffnung des Jugendzentrums am 12. Jänner am Sechshauser Gürtel dauerte es fast drei Wochen, bis auch die Stadt Wien davon erfuhr - und das erst nach einer „Krone“-Anfrage. Dabei hatte diese Jugendvereinigung (AGD) kein Geheimnis darum gemacht. Es gab Einladungen, Facebook-Videos, Fotos.

Der Initiator des neuen Zentrums ist die Saadet Partisi (zu Deutsch: Partei der Glückseligkeit) - sie ist eine islamistisch-politische Partei in der Türkei und Teil der umstrittenen Milli-Görüs-Bewegung.

ÖVP ortet rot-grünes Versagen
„Wien ist damit nun der Hauptstandort einer politisch-islamistischen Partei“, zeigt sich ÖVP-Gemeinderätin Caroline Hungerländer empört. „Besser kann man das Versagen der rot-grünen Integrationspolitik nicht ausdrücken.“ Insider berichten, was bei der Eröffnung so besprochen wurde. Da fielen dann Sätze wie „Wir dürfen unsere islamischen Werte nicht verlieren, sondern müssen sie mehr denn je fördern“ oder „Ihr dürft in dieser Gesellschaft nicht verloren gehen“.

Ähnliches bestätigt auch der mittlerweile eingeschaltete Wiener Kinder- und Jugendanwalt Ercan Nik Nafs. In einem Video hört er den Satz: „Wir wollen in der europäischen Dunkelheit für muslimische Jugendliche ein Licht sein.“ Seine Einschätzung: „Manche Haltungen sind sehr problematisch.“

Verfassungsschutz ermittelt
Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) weiß nun: „Experten bestätigten, dass diese Organisation der Milli-Görüs-Bewegung zugeordnet werden kann, und kommen zu dem Schluss, dass die Organisation im Zusammenhang mit den nahenden Kommunalwahlen in der Türkei gegründet wurde.“ Der Verfassungsschutz ermittelt, wie die „Krone“ erfuhr.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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