Fr, 22. Februar 2019
01.02.2019 14:57

Anschober macht Druck

Lehrlinge abschieben: 44% der FPÖ-Wähler dagegen

Passend zur Sache präsentierte der oberösterreichische Integrationslandesrat Rudi Anschober (Grüne) im Vorzeigelokal Habibi und Hawara in Wien - wo Flüchtlinge zu Gastronomen ausgebildet werden - Fortschritte bei der Initiative „Ausbildung statt Abschiebung“. Sein Ziel: Flüchtlinge sollen ihre Lehre beenden dürfen, auch wenn ihr Asylverfahren noch läuft oder abgelehnt wird, anstatt abgeschoben werden. Doch bei der Bundesregierung stößt Anschober mit seinen Bemühungen auf taube Ohren. Das soll sich jetzt ändern.

Für Rudi Anschober spricht mehr dafür als dagegen, dass Flüchtlinge ihre Lehre beenden können. Auch wirtschaftlich gesehen - durch einen ansteigenden Fachkräftemangel. So rechnet der Grüne vor: „Alleine in Oberösterreich haben wir einen Fachkräftemangel von 127.000 bis zum Jahr 2030.“

Anschobers Online-Petition zählt bereits mehr als 67.800 Unterstützer. 119 Gemeinden mit 2,8 Millionen Einwohnern haben bereits Unterstützungsbeschlüsse gefasst, darunter auch FPÖ-Gemeinden.

Auch viele FPÖ-Wähler befürworten Anschobers Anliegen
Der Integrationslandesrat hat den wirtschaftlichen Schaden durch die Abschiebepraxis für Österreich berechnen lassen, der 120.000 Euro pro Flüchtling beträgt. Und eine aktuelle Umfrage des SORA-Instituts in Oberösterreich hat ergeben, dass sogar 44 Prozent der FPÖ-Wähler Anschobers Anliegen befürworten!

Laut dem Landesrat fehlt nur noch die Bereitschaft der Regierung, um eine Lösung für das Problem der Abschiebungen von Lehrlingen herbeizuführen. Um Druck zu machen, schrieb er einen offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), um gemeinsam eine „Lösung der Vernunft und Menschlichkeit auch im Interesse der Wirtschaft“ zu finden.

Kickl wolle „das offensichtlich aus ideologischen Gründen nicht“, so Anschober. „Er will ein Zeichen für seine Wählerschaft setzen, aber Umfragen zeigen, dass es auch bei FPÖ-Wählerinnen und -Wählern durchaus einen beachtlichen Teil gibt, der bereit ist für eine Lösung der Vernunft.“ Schon beim Testlauf wurde der offene Brief von Tausenden mitgetragen.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

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