25.01.2019 10:32 |

Hoffen und Bangen

Bergung von Julen: Retter fehlen zweieinhalb Meter

Bei der Suche nach dem kleinen Julen in einem tiefen Brunnenschacht in Südspanien läuft der Countdown (siehe Video oben). Ein achtköpfiges Team von Bergarbeitern war Freitagfrüh noch knappe zweieinhalb Meter von der Stelle entfernt, an der der seit zwölf Tagen verschollene Zweijährige vermutet wird.

Die Männer, die im andalusischen Ort Totalan seit Donnerstagabend in einem rund 80 Meter tiefen Rettungsschacht unter schwierigsten Bedingungen einen waagrechten Tunnel graben, hätten in etwas mehr als zwölf Stunden rund eineinhalb von insgesamt 3,8 Metern geschafft, berichteten Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Man hofft, den Buben noch im Laufe des Freitags bergen zu können.

„Bedingungen sind extrem“
Die Bergarbeiter, erfahrene Spezialisten aus der nordspanischen Kohleregion Asturien, arbeiten aus Sicherheitsgründen vorwiegend mit Spitzhacken und Presslufthämmern. Die Zweierteams werden mit einer speziellen Kapsel in den Schacht herabgelassen und lösen sich alle 30 bis 40 Minuten ab. Die Bedingungen seien extrem, wegen der Enge könnten die Männer nur kniend oder liegend graben, hieß es.

Unglücksort schwer zugänglich
Verschiedene Probleme - darunter der unebene, schwer zugängliche Unglücksort am Hügel Cerro de la Corona unweit der Küstenstadt Malaga sowie die Härte des Bodens - hatten die Arbeiten immer wieder verzögert. Weil die Bergarbeiter auch in der Nacht auf Freitag auf extrem harten Felsen gestoßen seien, seien zwei Mikrosprengungen zur Lockerung des Bodens durchgeführt worden, berichteten die Zeitung „La Vanguardia“ und andere spanische Medien unter Berufung auf die Vertretung der Madrider Zentralregierung in Andalusien.

Welle der Solidarität
Die Welle der Solidarität und des Mitgefühls ist riesig - weltweit, aber vor allem in Totalan selbst, wie Reporter Alexander Lechner, der für die „Krone“ und ServusTV vor Ort ist, berichtete. Einheimische erzählten von dramatischen Szenen bei einem Rosenkranz-Gebet für Julen in seinem Heimatort El Palo, bei dem viele Tränen geflossen sein sollen. „Wir gehen nicht ohne den Buben“, sagte Julian Diaz, Sprecher der Zivilgarde, am Donnerstag in die Kameras.

Von dem Kind gab es weiterhin kein Lebenszeichen. Man hofft, dass es noch am Leben ist. Julen soll am 13. Jänner bei einem Ausflug mit seinen Eltern in einen illegal gegrabenen 107 Meter tiefen Schacht gefallen sein. Weil das Loch nur einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern hat, hatten die Retter entschieden, einen parallelen Schacht auszuheben, um zu Julen vorzudringen. Er wird in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern vermutet.

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