09.01.2019 08:25 |

„Krone“-Kommentar

Halbgares Menü: Die drei Lager der SPÖ

Es war erst im März 2017, dass Pamela Rendi-Wagner der SPÖ beigetreten ist. Nicht einmal zwei Jahre später musste sie am Dienstag am Geburtsort der Sozialdemokratie, im niederösterreichischen Hainfeld, den Genossen die Marschrichtung vorgeben.

Das Ziel war klar: Wie kommt die Bewegung wieder aus der Depression?

Weniger klar ist der Weg dorthin. Da hat jede, oft höchst privat verbundene, Seilschaft in der SPÖ ihre ebenso eigenen wie eigenartigen Vorstellungen. Wenn dann eine Neue den Alten erklären soll, wie es weitergeht, zerfällt der über die Jahrzehnte träge gewordene Funktionärsapparat prompt in drei Lager:

Da wären einmal die Hoffnungsvollen. Die sind schon froh, wenn sich überhaupt etwas tut. Dann kommen die in den Kaderschmieden geschulten Bedenkenträger. Die wittern alle möglichen Gefahren, aber sehen hinter keiner Idee eine Chance. Und dann wären da noch die bekannten Blockadebonzen. Die erkennen blitzartig in jeder Veränderung den persönlichen Komfortverlust. Da werden die Satten munter und verteidigen auf Teufel komm raus die gewohnte Gemütlichkeit. Auch auf die Gefahr hin, dass am Ende das ganze Werkl vor die Hunde geht.

Letztgenannten war von Rendi-Wagner in Hainfeld ein halbgares Klassenkampfmenü gegen internationale Konzerne serviert worden. Das hat den Genossen, sofern sie nicht daheim geblieben sind, besser geschmeckt als die dezente Kritik der SPÖ-Chefin an den zerstörerischen Kräften in den eigenen Reihen.

Claus Pándi, Kronen Zeitung

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