15.12.2018 18:51 |

Schlag für Handel

17.000 Demonstranten legten die Wiener City lahm

Großdemonstration in Wien: Ein „lautstarkes Ständchen“ wollte man der Regierung anlässlich ihres einjährigen Bestehens singen, zumindest wenn es nach ihren Kritikern geht, bestehend aus linken und gewerkschaftlichen Organisationen. Eine Hundertschaft an Polizisten stand im Einsatz um den bis zu 1,5 Kilometer langen Aktivisten-Tross durch die Stadt zu eskortieren. Umfangreiche Staus wegen zahlreicher Straßensperren waren die Folge. Die Handelsvertreter waren angesichts der rwartbaren Umsatzeinbußen empört - und auch Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache kritisierte die Demo am Samstagabend auf Twitter aufs Schärfste. Er sprach wörtlich von einer „Sauerei“.

Die Demonstration „gegen Rechtsruck, Rassismus und Sozialabbau“ startete um 16 Uhr auf dem Christian-Broda-Platz und zieht über Gürtel, Burggasse und Wiener Ringstraße auf den Heldenplatz. Bis zu 10.000 teilnehmende Personen haben die Veranstalter angekündigt, letztlich wurden es gut 17.000 Menschen, die trotz widriger Wetterbedingungen an der Kundgebung teilnahmen. Rund 500 Polizeibeamte waren abgestellt, um für Ordnung zu sorgen. Die Aktivisten der Offensive gegen Rechts sprachen in den Abendstunden gar von bis zu 50.000 Teilnehmern.

Zahlreiche Straßensperren
Bis etwa 18 Uhr waren Neubaugürtel, Burggasse und in weiterer Folge der Rings ab der Operngasse gesperrt sein. Auch die Zweierlinie zwischen Linker Wienzeile und Neustiftgasse war betroffen. Die Demo verschärfte die Lage zudem, da zeitgleich das vorweihnachtliche Einkaufstreiben stattfand. Polizei und ÖAMTC warnten vor Behinderungen, insbesondere in der Innenstadt.

„Für Vielfalt und Akzeptanz“
„Ein Jahr nach der Regierungsangelobung von Schwarz-Blau gehen wir wieder auf die Straße, denn der Rechtsruck ist eine Gefahr für uns alle“, lautete die Kampfansage des Bündnisses, dem unter anderem die Offensive gegen Rechts angehört.

Auch die Homosexuellen Initiative Wien (HOSI) hat sich dem Protest am Samstag angeschlossen. „Wir bilden gemeinsam einen Regenbogen-Block und sagen laut und klar: Unser Österreich steht für Vielfalt und Akzeptanz", wurde angekündigt. Eines müsse Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) klar werden: „Unsere Farben strahlen heller!“

„Es muss eine bessere Lösung geben“
Den lokalen Handel traf die heutige Demonstration in Wien besonders hart. „Der Ring wurde heuer mittlerweile zum 80. Mal gesperrt. Gut eine Woche vor Weihnachten kann man von einem Amazon-Förderungsprogramm sprechen“, wetterte Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Das Demonstrationsrecht sei wichtig und richtig, aber nicht in einer derart extensiven, geschäftsschädigenden Form auf Kosten mittelständischer Unternehmer. „Es muss einfach eine bessere Lösung als die gegenwärtige geben“, so Will.

Auch Vizekanzler und FPÖ-Chef empörte sich auf Twitter lautstark über den Zeitpunkt der Demo. Es sei „eine riesen Sauerei (sic!), dass SPÖ und Grüne in Wien am dritten Weihnachtssamstag die Innenstadt lahm legen“, so Strache. Seinen Worten zufolge würden die Demonstranten nicht nur dem Handel massiven Schaden zufügen sondern auch „den Bürgern vor Weihnachten ihre Familienausflüge vermiesen!“

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