Drama mit 20 Toten
Zeugin filmte verheerenden Flugzeug-Crash in Alpen
Bei dem katastrophalen Absturz des Oltimerflugzeugs Ju-52 in der Schweiz starben im heurigen Sommer alle 20 Passagiere - unter ihnen auch drei Österreicher. Dass die Menschen in der Maschine keinerlei Überlebenschancen hatten, zeigen jetzt auch die schockierenden Aufnahmen einer Augenzeugin. Durch das Videomaterial erhoffen sich Experten, das Rätsel um die Absturzursache lüften zu können.
Es war ein heißer Tag Anfang August im Schweizer Kanton Graubünden. Die 20 Insassen waren gerade an Bord der Oldtimermaschine am Rückweg eines zweitägigen Alpen-Rundflugs. Doch etwas ging schief. Die Ju-52, im Volksmund auch „Tante Ju“ genannt, stürzte an der Westflanke des Berges Piz Segnas auf 2540 Metern Höhe nahezu senkrecht in den Boden. Für die 17 Passagiere und drei Crew-Mitglieder kam jede Hilfe zu spät.
„Flugzeug kam mir erstaunlich nahe und groß vor“
Eine Handy-Aufnahme, die dem Schweizer „Blick“ zugespielt wurde, zeigt den Moment des Schreckens. „Ich hatte mein Handy zufällig in der Hand. Das Flugzeug kam mir erstaunlich nahe und groß vor“, so die Frau, die das Video aufgenommen hat, gegenüber der Zeitung. Zunächst habe sie lediglich ein Foto gemacht, doch schon nach kurzer Zeit habe sie bemerkt, dass etwas nicht stimmen konnte, und so habe sie ein Video gemacht.
Wichtiges Video für Ermittler
So traurig es auch ist, die Aufnahmen sind für die Ermittler von großem Wert - nicht zuletzt deshalb, weil die genaue Absturzursache noch immer unklar ist. Hinweise auf technisches Versagen gibt es bislang nicht. Auch die Oldtimermaschine selbst verfügt über keine Aufzeichnungsgeräte, anhand derer das Unglück leichter nachvollziehbar gemacht werden hätte können. Das Videomaterial wurde mittlerweile an die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) übergeben.
Experte: „Aufnahmen bestätigen Vermutung“
Eine Vermutung, die schon länger bestand, ist, dass die Maschine durch einen Strömungsabriss abgestürzt sei. Dies hat den tragischen Effekt, dass die Maschine zunächst spiralförmig und am Ende praktisch senkrecht zu Boden geht. Laut dem Luftfahrtexperten Hansjörg Egger liefere das Video entscheidende Hinweise, dass es tatsächlich auch so passiert ist. „Wenn ein Pilot nach einem Strömungsabriss in eine solche Spirale kommt, kann er fast nichts mehr tun. Insbesondere dann, wenn man relativ tief über dem Boden fliegt.“







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