16.10.2018 15:50 |

Für höhere Sicherheit

Neue Taser, mehr Beamte: Justizwache rüstet auf

Sie sind zwar nicht kriminell, verbringen aber dennoch praktisch die Hälfte ihres Lebens im Gefängnis - 3422 Beamte zählt die Justizwache aktuell, und es sollen im kommenden Jahr um 200 mehr werden. „Denn stockt die Polizei auf, muss die Justiz nachziehen“, so Minister Josef Moser (ÖVP) am Rande eines Besuchs der Strafvollzugsakademie in Wien.

Mit mehr Polizisten auf der Straße ist letztlich auch mit mehr Kriminellen hinter Gittern zu rechnen. Zudem steht der Justizwache eine Pensionierungswelle bevor - mehr Beamte also braucht das Land. Am Dienstag rührte Justizminister Josef Moser für diesen anspruchsvollen, dafür aber sicheren Job die Werbetrommel: „Als Justizwachebeamter ist man Dienstleister an der Gesellschaft. Dafür brauchen wir die besten Leute.“ Zuletzt konnten sich auch immer mehr Frauen für den Arbeitsplatz Häfen begeistern - ihr Anteil bei den Auszubildenden verdoppelte sich auf knapp 30 Prozent.

122 neue Taser für die Justizwache
Ein „Krone“-Lokalaugenschein: In der Strafvollzugsakademie in Wien-Josefstadt werden die meisten angehenden Wachebeamten ausgebildet. Seit Kurzem wird hier unter anderem auch mit dem neuen Taser X2 trainiert - 122 Stück dieser Hightech-Verteidigungswaffen wurden österreichweit angeschafft.

„Das Vorgängermodell war nicht mehr zeitgemäß“, erläuterte Gernot Wagner, Bundeseinsatztrainer des Justizministeriums und Taser-Instructor. Mit dem X2 verfügt die Justizwache nun über eine leistungsstärkere Elektroimpulswaffe mit zwei Lasern, die sich zielsicherer betätigen lässt. Dank zweier Kartuschen für einen oder zwei Einsätze entfällt bei einem Fehlschuss das manuelle Nachladen.

Neuer Taser nicht nur wirksamer, sondern auch sicherer
Der neue Taser ist aber nicht nur wirksamer, sondern auch sicherer, wie Wagner betonte: „Das Risiko eines allfälligen Herzkammerflimmerns ist bei einem Treffer sehr gering.“ Außerdem verfügt das Modell über einen Warnlichtbogen, der akustische und visuelle Signale aussendet. Die bloße Androhung, diesen Taser einzusetzen, führe laut Wagner in 80 Prozent der Fälle dazu, dass das Gegenüber sein aggressives Verhalten einstellt und drohende Angriffe unterlässt. Die Beamten erhalten außerdem neue Teleskopstöcke, 650 moderne Schutzwesten und Drohnenabwehrpistolen.

Oliver Papacek, Kronen Zeitung

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