30.09.2018 06:03 |

Kolumne „Im Gespräch“

Wein ist in Mode

Was ist gerade in Mode? Lila, Rot, Gelb und Neon: Das sind unter anderem die Trendfarben für diese Herbst/Winter-Saison. Dazu kommt, oh Schreck, dass Jacken und Mäntel wieder in Übergrößen getragen werden. Kalt wird einem da garantiert nicht, passen doch mindestens drei Pullis darunter. Mode fasziniert und war nie vielseitiger und individueller als heute. Alltagstauglich oder exzentrisch, alles ist erlaubt. Streetstyles machen es vor: Klassiker und Trends werden gemixt oder neu interpretiert.

Trends gibt es nicht nur bei der Kleidung, auch der Wein hat seine Moden, erzählt mir eine junge Winzerin. „In Gols ist Wein immer in Mode, aber inzwischen auch vom Neusiedler See bis zum Bodensee und in vielen Ländern rund um den Erdball. Weinmessen und Weintage sind trendig, aber auch die nähere Beschäftigung mit der Produktion und den verschiedenen Rebsorten. Traditionelle oder bio-dynamische Bewirtschaftung der Weingärten wird unter Weinkennern und Weinfreunden ebenso diskutiert. Es gibt mehr zu entdecken als die Unterscheidung von Weiß und Rot.“

Die engagierte Winzerin hat inzwischen nicht nur viel Erfahrung gesammelt, sie beschäftigt sich auch mit der Vielfalt der Rebsorten. „Es gibt Tausende verschiedene Rebsorten, aber nur einige wenige haben aufgrund ihres besonderen Geschmacks und ihrer Widerstandsfähigkeit große Verbreitung erfahren. Seit einiger Zeit sind alte Rebsorten wieder in Mode gekommen, wenn auch eher für einen kleinen Kreis von Weinliebhabern.“ Welchen Wein haben die Menschen früher getrunken? Das ist eine spannende Frage. Vielleicht einen Honigler, Heunisch oder Delaware. Heute heißen unsere Rebsorten anders: Grüner Veltliner, Chardonnay, Merlot, und neue Sorten werden weiter gezüchtet. Denn Winzerinnen und Winzer müssen auf die Marktbedürfnisse reagieren, Mode ist schnelllebig, auch beim Wein.

Auch der Trend zur biologischen Landwirtschaft ist an den Weinbaubetrieben nicht vorbeigegangen. Inzwischen gibt es eine Reihe von Betrieben, die trotz unterschiedlichster Ansätze dasselbe Ziel haben: Sie wollen Weine machen, die nicht von der Stange sind. Ihre Weine sollen sich von der Machart und im Geschmack deutlich von der Masse abheben und ihre eigene Persönlichkeit zeigen. Kleine Anbaugebiete und der regelmäßige Kontakt zum Weinbaubetrieb erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Zum jungen Wein gehört heute verstärkt wieder die Weinsegnung. Sie hat ihre Wurzeln im Alten Testament, in dem über einen Becher Wein der Segen gesprochen und damit der Sabbat und die jüdischen Feiertage eingeleitet werden. Segen ist immer in Mode, er kennt keine Zeit und keinen Raum. Er ist immer aktuell, immer lebensfördernd und immer vonnöten.

Ingrid Tschank, ingrid.tschank@bnet.at

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