Sa, 17. November 2018

Glücksspielverbot

12.09.2018 10:30

Lootboxen in „FIFA“: EA droht Gerichtsverfahren

Glücksspiel oder nicht? Der Streit um sogenannte Lootboxen in Spielen geht weiter. Grund: Publisher EA möchte trotz eines Verbots in Belgien nicht auf seine virtuellen Beutekisten verzichten. Dem Spielehersteller droht nun ein Gerichtsverfahren.

Bei sogenannten Lootboxen handelt es sich im Grunde um digitale Überraschungseier, die zufällige Items enthalten, die der Spieler dann im Spiel nutzen kann. Diese Beutekisten können entweder mit Spielgeld freigeschaltet, oder mit echtem Geld gekauft werden. In Belgien rief dieses Geschäftsgebaren die Glücksspielbehörde auf den Plan. Sie prüfte, wie stark sich das Zufallsprinzip bei den Lootboxen auf das Spielerlebnis auswirkt. Außerdem ging sie der Frage nach, wie sich die Mechanik auf Minderjährige auswirkt: Verspüren sie womöglich Zwang, Geld im Spiel auszugeben, um sich mit anderen Spielern messen zu können?

„Mischung aus Glücksspiel und Gaming besonders für Kinder gefährlich“
Ja, lautete das offizielle Urteil der Behörde im vergangenen November. Das Vermischen von Geld und Sucht sei Glücksspiel, die Lootboxen seien daher besonders für Kinder gefährlich. Belgiens Justizminister Koen Geens sprach damals gegenüber nieuws.vtm.be sogar von einer „Gefährdung für die geistige Gesundheit“ durch die Mischung von Glücksspiel und Gaming, „besonders in jungen Jahren“. Entwickler wie Valve, Blizzard oder 2K hatten daraufhin angekündigt, in ihren Spielen keine Lootboxen mehr gegen echtes Geld anzubieten. 

EA sträubt sich gegen Verbot
Einzig EA sträubt sich laut einem Bericht des belgischen „Nieuwsblad“ noch gegen das Verbot und weigert sich, die Lootboxen aus seinem Fußball-Game „FIFA 18“ zu entfernen. Auch der am 28. September erscheinende Nachfolger soll laut Firmenchef Andrew Wilson weiterhin die Möglichkeit bieten, im sogenannten Ultimate-Team-Modus virtuelle Spieler zu kaufen, die dann in der eigenen Mannschaft eingesetzt werden können. Wilson argumentiert, dass Nutzer genau wüssten, wie viele virtuelle Objekte sie pro Kauf erhielten, zudem könnten die über Lootboxen erworbenen Items nicht gegen virtuelles oder echtes Geld eingetauscht werden. Es handle sich daher nicht um Glücksspiel.

Nun ist die Brüsseler Staatsanwaltschaft gefordert. Dem Bericht nach führt sie gerade eine strafrechtliche Untersuchung gegen Electronic Arts durch. Für den Publisher steht viel auf dem Spiel: Laut Wirtschatfsmagazin „Forbes“ stammen nicht weniger als 67 Prozent aller Einnahmen von EA - rund drei Milliarden Euro - aus dem Online-Verkauf. Der Anteil der Lootboxen daran sei entscheidend.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Krone“-Leser besorgt
„Ältere Arbeitslose finden keine Jobs mehr“
Österreich
Verstörende Prozession
Bischof in Porsche lässt sich von Kindern ziehen
Video Viral
ÖSV-Asse in Levi stark
Schild von Rang zwölf aufs Podest - Shiffrin siegt
Wintersport
Nach Sieg von Holland
Frust bei Deutschland: Abstieg nach Seuchenjahr
Fußball International
Franzosen besiegt
Neue Holland-Euphorie: „Wer ist der Weltmeister?“
Fußball International
„Schönes Jubiläum“
Nächster Podestplatz für Eisschnellläuferin Herzog
Wintersport
Länderspiel-Ärger
PSG-Stars Neymar und Cavani geraten aneinander
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.