So, 18. November 2018

„Killerspiele“

12.08.2018 12:44

Machen Computerspiele aggressiv und gewalttätig?

Alle Jahre wieder keimt diese Diskussion auf und ein Ende der Debatte ist derzeit nicht in Sicht. Angeregt durch den aktuellen Fall, in dem sich diese Frage wieder stellt, möchten wir nun auch die Meinung unserer Leser zu diesem Thema wissen.

Immer wenn es um Mord geht kommt irgendwann die Frage auf, was den Mörder zu seiner Wahnsinnstat getrieben hat. Sei es bei Amokläufen an Schulen in den USA, oder wie aktuell bei uns in Österreich im Morddrama um die kleine Hadishat. Stellt sich heraus, dass die Mörder Medien - seien es Filme oder Computerspiele - mit expliziter Darstellung von Gewalt oder gar gewaltverherrlichenden Inhalten konsumiert haben, wird schnell der Ruf nach einem Verbot ebendieser laut. 

Sind Spiele verantwortlich?
Aber stimmt es überhaupt, senken Spiele oder Filme tatsächlich die Hemmschwelle wenn es um Gewalt geht? Das ist eine Frage die sich nicht einfach mit ja oder nein beantworten lässt, denn hier gehen die Meinungen teils weit auseinander. Neueste Studien legen jedenfalls nahe, dass hier kein kausaler Zusammenhang bemerkbar ist. Entwicklungspsychologin Simone Kühn und ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, konnten bei einer kürzlich durchgeführten Studie mit Erwachsenen jedenfalls keinerlei Veränderungen im Verhalten feststellen. Die Teilnehmer der Studie wurden in drei Gruppen aufgeteilt, wobei die erste Versuchsgruppe täglich ein gewalttätiges Computerspiel spielen musste, die zweite ein Simulationsspiel ohne jegliche Gewaltdarstellung und die dritte Gruppe gar keine Computerspiele spielen durfte. In keiner der Versuchsgruppen konnte eine signifikante Änderung des Verhaltens ermittelt werden oder gar ein Sinken der Hemmschwelle für Gewalt und Aggression. 

Was ist mit den Kindern?
Der aufmerksame Leser wird sich jetzt fragen, wie die Sache bei Kindern und Jugendlichen aussieht. Leider gibt es für diese Gruppe keine aktuellen Studien, aber eine 2014 in Singapur von der Iowa State University durchegführte Untersuchung, mit Kindern der 3., 5., 7. und 8. Schulstufe konnte, bei bereits aggressiven Kindern, einen Anstieg des Aggressionspotentials bemerken, so befürworteten diese Probanden gewalttätiges Verhalten eher, als Altersgenossen die sich weniger mit „Killerspielen“ befassten. Diese Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da diese nicht durch Fremdbeobachtung zustande kamen, sondern über Selbsteinschätzung der Kinder ermittelt wurden, was in der Regel weit weniger zuverlässig ist. Auch wurden weder Faktoren wie z.B. der soziale Hintergrund, Gewalt in der Familie oder psychische Erkrankungen berücksichtigt. 

Eltern in die Pflicht nehmen?
Was oft ausser Acht gelassen wird ist auch der Umstand, wie Kinder überhaupt dazu kommen, Spiele die grundsätzlich gar nicht für ihr Alter bestimmt sind zu spielen. Auch wenn derzeit keine verbindliche Pflicht zur Kennzeichnung dieser Inhalte besteht, werden Spiele durch Hinweise wie der „PEGI“ (Pan European Game Information) oder „USK“ ( Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) als für gewisse Altersstufen passend empfohlen und gerade die sogenannten „Killerspiele“ sind oftmals erst „ab 18“. Hier wären die Erziehungsberechtigten gefragt. 

Diskutieren Sie mit!
Ein schwieriges Thema und ein Ende der Debatte ist noch lange nicht absehbar. Was denken Sie, liebe Leser? Sollte man hier strenger kontrollieren, die Eltern und Kinder bestrafen? Sollten derartige Spiele und Filme generell verboten werden? Diskutieren Sie in den Storykommentaren und im Forum mit und lassen Sie uns Ihre Meinung wissen!

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