Kurz im „Krone“-Talk

Kanzler: „Keine EU-Millionen mehr für die Türkei“

Österreich
20.06.2018 19:30

„Die Drohungen aus Ankara führen nicht dazu, dass wir unsere Linie ändern. Die Bundesregierung kontrolliert jetzt - wir stellen Missstände in den Moscheen und diese Auslandsfinanzierung ab“, sagte Sebastian Kurz gleich zu Beginn des „Krone“-Talks: Österreich lasse sich von Attacken aus Ankara nicht einschüchtern. In unserer aktuellen #brennpunkt-Ausgabe (Highlights oben im Video, die ganze Sendung können Sie hier ansehen) kritisierte der ÖVP-Bundeskanzler auch seinen Vorgänger, SPÖ-Chef Christian Kern: „Er hat die Möglichkeiten des Rechtsstaates nicht genutzt.“

Top-Gäste im krone.tv-Studio bei Moderatorin Katia Wagner (v. l.): Susanne Raab, Juristin und Sektionschefin im Integrationsressort des Außenministeriums; Birol Kilic, Chef des Türkischen Kulturvereins; Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP); Brigadier Walter Feichtinger, Leiter der Landesverteidigungsakademie (Bild: Zwefo)
Top-Gäste im krone.tv-Studio bei Moderatorin Katia Wagner (v. l.): Susanne Raab, Juristin und Sektionschefin im Integrationsressort des Außenministeriums; Birol Kilic, Chef des Türkischen Kulturvereins; Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP); Brigadier Walter Feichtinger, Leiter der Landesverteidigungsakademie

Kurz: „Da wurde viel zu lange zugesehen“
Kurz nach den auch international viel kommentierten Moscheen-Schließungen in Wien, Graz und Linz wollte Moderatorin Katia Wagner vom Kanzler wissen: „Wie viel Türkei braucht Österreich?“ Dazu Kurz: „Bei den Missständen wurde viel zu lang zugesehen.“ Und er kritisiert offen die Erdogan-Regierung: „Was wir sicher nicht wollen, ist ein EU-Beitritt der Türkei. Zusammenarbeit: Ja. Beitritt: Nein. Und wir wollen auch nicht, dass weitere Hunderte Millionen Euro von der EU als Annäherungshilfe in die Türkei fließen. Erdogan hat Zehntausende Menschen inhaftieren lassen - das geht nicht.“ Allerdings betonte der Kanzler: „Österreich hat keinerlei Interesse an einem bilateralen Konflikt.“

(Bild: Zwefo)
(Bild: Zwefo)

„Es wurden jene Einrichtungen geschlossen, in denen unser Glaube für die Politik missbraucht wurde“, kommentierte Birol Kilic, der Chef des Türkischen Kulturvereins. Und Brigadier Dr. Walter Feichtinger, Top-Experte der Landesverteidigungsakademie, mahnte ein „Abrüsten der Worte“ ein: „Wir sollten auf eine Entspannungssituation mit der Türkei hinarbeiten.

„Hohe Defizite“ bei der Integration
Im #brennpunkt überraschte auch die Analyse der Sektionschefin der Abteilung Integration im Außenministerium, Susanne Raab: „In Österreich leben 270.000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Und es ist tatsächlich so: Diese große Gruppe weist sehr hohe Defizite bei der Integration auf.“

(Bild: Zwefo)

Sämtliche Ausgaben des neuen Talk-Formats (jeden Mittwoch, 19.30 Uhr, auf krone.at und auf ATV) zum Nachsehen sowie Highlight-Videos finden Sie unter krone.at/brennpunkt.

Richard Schmitt
Richard Schmitt
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