Fr, 21. September 2018

17.000 € im Monat

10.06.2018 12:50

Liste-Pilz-Obmann verdient fast wie ein Minister

Rund 17.000 Euro! So hoch ist das monatliche Bruttoeinkommen von Bruno Rossmann, Klubobmann der Liste Pilz. Diese Summe ergibt sich, wenn man sein Salär als Abgeordneter (8800 Euro), das Zusatzgehalt als Klubobmann (3000 Euro) sowie dessen Pension in der Höhe von 5100 Euro addiert. Das hat Rossmann selbst am Sonntag in der ORF-„Pressestunde“ bekannt gegeben, nachdem er zuvor für seine Mehrfachbezüge kritisiert worden war. Mit diesem stolzen Einkommen befindet er sich auf Augenhöhe mit österreichischen Ministern, die mit etwa 17.700 Euro monatlich lediglich auf wenige Hundert Euro mehr als Rossmann kommen.

Rossmann forderte am Sonntag alle Abgeordneten auf, ihre Gehälter ebenfalls offenzulegen, und kündigte an, einen Teil seines Einkommens in einen Sozialfonds einfließen zu lassen. Er sprach sich zudem dafür aus, dass bei solchen Mehrfachansprüchen künftig die Abgeordnetengehälter beschränkt werden.

Ausschluss von Bißmann noch nicht fix
Was die Konflikte im Klub der Liste Pilz betrifft, ist laut Rossmann der Ausschluss der aufmüpfigen Abgeordneten Martha Bißmann, die sich geweigert hatte, Platz für Listengründer Peter Pilz zu machen, noch nicht fix. Nachdem Bißmann eine Entschuldigung angekündigt und das Gespräch gesucht habe, werde er am Montag mit ihr reden, kündigte Rossmann an. „Wir werden schauen.“ Es liege ein Antrag auf Ausschluss vor, bestätigte Rossmann, er wollte aber nicht sagen, wer diesen eingebracht hat. „Wenn es kein Vertrauen gibt, und das ist eine Grundvoraussetzung, werden wir über einen Ausschluss diskutieren müssen.“

Einen Grund zur Entschuldigung bei Bißmann sieht er nicht. „Niemand hat erwartet, dass sie Platz macht, und niemand hat auf sie Druck gemacht. Ich sehe keinen Grund für eine Entschuldigung“, lehnte er eine entsprechende Aufforderung Bißmanns ab.

Rossmann fühlt sich „ein wenig diskriminiert“
Dass es im Klub einen Kampf zwischen Alt und Jung geben soll, versteht Rossmann nicht, er fühlt sich sogar „ein wenig diskriminiert“: „Das ist eigentlich offene Diskriminierung.“ Die Tatsache, dass nach dem Rückzug von Peter Kolba mit ihm und Wolfgang Zinggl zwei „ältere“ Männer die Klubführung übernommen haben, begründete Rossmann damit, dass die zwei infrage gekommenen jungen Frauen Daniela Holzinger und Alma Zadic viel zu tun hätten mit den zwei Untersuchungsausschüssen.

Video aus dem Archiv: Peter Kolba tritt ab

Liste Pilz will den Namen ändern
Rossmann sagte, dass die Liste Pilz bei den EU-Wahlen im kommenden Jahr antreten will und es diesbezüglich Gespräche mit dem früheren grünen EU-Abgeordneten Johannes Voggenhuber gegeben habe. Er zeigte sich optimistisch, dass die Liste auch bei der nächsten Nationalratswahl in mehr als vier Jahren Chancen haben werde - allerdings würde sie unter einem anderen Namen antreten, denn der jetzige wird laut Rossmann geändert.

„Wir haben viele Wähler vergrämt“
Die Arbeit des jungen Klubs bewertete Rossmann trotz der zahlreichen internen Querelen fast euphorisch: „Wir haben schon Großartiges geleistet. Unsere Abgeordneten haben großes Potenzial.“ Er gestand aber auch Fehler ein. „Wir haben natürlich Fehler gemacht. Das ist ja keine Frage. Wir haben viele Wähler vergrämt. Dafür möchte ich mich entschuldigen“, so Rossmann.

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