Sa, 22. September 2018

130.000 Dollar

03.05.2018 06:15

Über Anwalt: Trump zahlte doch Geld an Pornostar

Überraschende Wende in einer pikanten Affäre: US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani entgegen bisheriger Beteuerungen doch 130.000 Dollar (knapp 110.000 Euro) an Stormy Daniels gezahlt, damit die mutmaßliche Affäre mit der Pornodarstellerin geheim bleibt. Trump habe von der Zahlung gewusst und seinem Anwalt Michael Cohen die Summe überwiesen, sagte Giuliani am Mittwoch in einem Interview des Senders Fox News. „Soweit ich weiß, kannte er nicht die Einzelheiten, aber generell wusste er, wie Michael solche Dinge klärt.“ Giuliani ist ein langjähriger Freund Trumps und seit April einer seiner Rechtsberater. Bislang hatte Trump stets behauptet, er habe nichts von der Zahlung gewusst und auch nicht davon, woher Cohen das Geld hatte.

Die Zahlung ist vor allem deshalb brisant, weil es sich um eine mutmaßliche Wahlkampfhilfe für Trump und damit womöglich auch um eine nicht deklarierte und somit illegale Wahlkampfspende gehandelt haben könnte. Cohen führte bisher stets an, das Geld an die Pornodarstellerin aus eigener Tasche gezahlt zu haben, damit sie nicht öffentlich über ein angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump spricht. Giuliani betonte, die Zahlung habe keinen Verstoß gegen das Gesetz zur Wahlkampffinanzierung dargestellt.

Trump hatte stets erklärt, er habe von der Zahlung an Stormy Daniels nichts gewusst. Sie hatte nach eigener Darstellung im Jahr 2006 eine Affäre mit dem damaligen Immobilienunternehmer. Cohen zahlte ihr das Schweigegeld kurz vor der Präsidentenwahl 2016. Als Trump Anfang April von Journalisten gefragt wurde, ob er von der Zahlung an Daniels wusste, sagte er „nein“ und verwies auf Cohen.

Zuletzt räumte er ein, dass Cohen einen „Deal“ mit der Pornodarstellerin gemacht habe. Dieser bezahlte das Geld nach eigener Aussage aus seiner Tasche und bekam die Summe nicht erstattet. Am 9. April durchsuchte die US-Bundespolizei FBI deswegen Cohens Büros und Wohnräume. Dabei beschlagnahmten die Ermittler E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittener Zahlung.

Stormy Daniels verklagte Trump
Daniels hatte Trump Anfang März in Los Angeles verklagt. Sie führte an, eine Vereinbarung zum Stillschweigen über die angebliche Affäre sei nichtig, weil Trump sie nicht selbst unterzeichnet habe. Es stehe ihr daher frei, Details über die Beziehung öffentlich zu machen. Zudem hat die Darstellerin den US-Präsidenten erst vor wenigen Tagen wegen Verleumdung geklagt. Daniels verwies vor einem Bundesgericht in Manhattan auf einen Tweet des Präsidenten vom 18. April. Darin bezog sich Trump auf ein Phantombild eines Mannes, der sie 2011 im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Affäre zwischen dem Präsidenten und ihr bedroht haben soll. Der Mann habe nie existiert, schrieb Trump und sprach von einem Betrug. Er bestreitet zudem, je eine Affäre mit Daniels eingegangen zu sein.

 krone.at
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