Sa, 19. Jänner 2019

Kriminalstatistik 2017

23.03.2018 08:57

1000 Messerangriffe: Uni-Studie soll klären, warum

Es ist nicht allein ein subjektives Gefühl vieler Österreicher - nicht zuletzt aufgrund der Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit, etwa am Wiener Praterstern -, dass die Zahl der Messerangriffe in den vergangenen Jahren merklich gestiegen ist. Denn auch die Kriminalstatistik 2017 belegt nun klar: Gewalttäter greifen immer öfter zu Messern und dergleichen, so gab es allein im Vorjahr mehr als 1000 Angriffe. Betrachtet man die Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt, bedeutet das einen Anstieg von unglaublichen 290 Prozent. Um die Frage nach dem Warum zu klären, wurde jetzt eine eigene Universitätsstudie in Auftrag gegeben.

Die nackten Zahlen zeichnen ein eindeutiges Bild: Wurden im Jahr 2008 noch 272 Gewaltdelikte mit Hieb- und Stichwaffen begangen, waren es im Vorjahr insgesamt bereits 1060 Straftaten. Die Gewaltbereitschaft stieg damit in den vergangenen zehn Jahren stetig an – zumindest im Jahresvergleich 2016/2017 konnte aber ein leichter Rückgang verzeichnet werden.

Anstieg bei Inländern wie auch bei Ausländern
Bei den Tätern handle es sich „verstärkt um fremde Tatverdächtige“, die zu Hieb- und Stichwaffen greifen, heißt es dazu seitens des Innenministeriums. Waren es 2008 noch 109 Angriffe mit Messern und ähnlichen Gegenständen, wurden im Vorjahr 635 Delikte mit dieser Art Waffe verübt. Bei 143 Taten griffen etwa afghanische Tatverdächtige zum Messer, dahinter folgen türkische Staatsbürger (66), Iraker (31), Rumänen (31) und Serben (25).

Allerdings ist dieser Trend auch bei inländischen Tatverdächtigen zu beobachten, wie die Statistik zeigt. So wurden 2008 noch 135 Delikte mit Hieb- und Stichwaffen verübt, im Vorjahr waren es schon 516 Fälle.

Anstieg auch bei sexuellen Gewaltdelikten
Ein Anstieg der Gewaltbereitschaft ist – wie berichtet – auch bei sexuellen Übergriffen zu bemerken. Auch hier verübten Tatverdächtige Attacken verstärkt mit Messern und Ähnlichem, um ihre Opfer unter Kontrolle zu bringen und in Angst versetzen. Auch hier war der traurige Höchststand mit 19 Sexattacken im Jahr 2016 zu verzeichnen. Ein Rückgang war im Vorjahr zwar zu bemerken, dieser fiel jedoch gering aus (17).

Warum greifen Täter gerade zum Messer?
Doch aus welchem Grund ist der Griff zu Messern und ähnlichen Waffen für viele Täter das Mittel zum blutigen Zweck? Liegt es an der Einfachheit, an diese Waffe zu gelangen, immerhin reicht ein simpler Gang ins Geschäft um die Ecke? Liegt es daran, dass Messer in wohl nahezu jedem Haushalt auch in mehrfacher Ausführung in der Lade griffbereit liegen?

Die tatsächlichen Gründe und Motive sollen nun näher untersucht werden. Die Universität Wien führt dazu eigens eine Studie durch.

 krone.at
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