Mo, 20. August 2018

Unter Auflagen

21.03.2018 12:19

EU gibt grünes Licht: Bayer darf Monsanto kaufen

Die EU-Wettbewerbshüter haben nach einem intensiven Prüfverfahren nun grünes Licht für die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutproduzenten Monsanto durch den deutschen Bayer-Konzern gegeben. Nun müssen noch die US-Wettbewerbshüter zustimmen. Die EU-Kommission verlangte allerdings für ihre Zustimmung die Zusage der Deutschen, ihr Geschäft mit Saatgut und Pflanzenschutzmitteln zu veräußern.

Die Bedenken der Wettbewerbshüter mit Blick auf negative Folgen für Verbraucher seien damit ausgeräumt, teilte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager am Mittwoch in Brüssel mit. Bayer bietet dem US-Konkurrenten etwa 62,5 Milliarden US-Dollar (rund 51 Milliarden Euro) für den Deal. Kommt es tatsächlich zur Megafusion, steigt Bayer zum größten Agrarchemiekonzern der Welt auf.

Jubel bei Bayer: „Bedeutender Meilenstein“
Obwohl das Ganze noch nicht unter Dach und Fach ist, jubelte Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann bereits: „Die Genehmigung der Europäischen Kommission ist ein großer Erfolg und ein bedeutender Meilenstein.“ Gemeinsam mit Monsanto wolle man Landwirten helfen, „mehr und bessere Nahrungsmittel nachhaltiger zu produzieren“.

Warnungen vor großer Macht des neuen Agrarriesen
Kritiker - wie etwa Öko-Landwirte und Grünen-Politiker - warnten bereits im Vorfeld vor einer zu großen Marktmacht des neuen Agrarriesen. Der US-Saatgutkonzern hat ein denkbar schlechtes Image und steht wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken und seiner gentechnisch veränderten Produkte seit Jahren in der Kritik. Die Amerikaner sind auch der Entwickler des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Bayer macht gut ein Viertel seines Umsatzes in seiner Agrarchemie-Sparte. 2017 kam der Konzern hier auf Erlöse von 9,6 Milliarden Euro, vor allem mit Pflanzenschutzmitteln. Das Geschäft schwächelte zuletzt, die Nachfrage im wichtigen brasilianischen Markt brach ein. Der US-Konzern Monsanto aus Saint Louis im Bundesstaat Missouri kam mit seinen 20.000 Mitarbeitern zuletzt auf einen Jahresumsatz von 14,6 Milliarden Dollar (knapp zwölf Milliarden Euro) - hauptsächlich mit Saatgut.

Übernimmt BASF einen Teil des Bayer-Geschäfts?
Mit BASF hat Bayer bereits einen ernsthaften Interessenten für das Pflanzenschutzmittelgeschäft gefunden. Die beiden deutschen Firmen führen derzeit Gespräche. Im Fall einer Einigung müsste die EU auch hier zustimmen. Bayer hatte hier zuletzt einen Umsatz von 430 Millionen Euro pro Jahr.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.