Sa, 22. September 2018

Verbotene Live-Wetten?

10.03.2018 13:24

Wiener Grüne zeigen Novomatic-Tochter Admiral an

Der Klubchef der Wiener Grünen, David Ellensohn, leitet rechtliche Schritte gegen eine Tochterfirma des neuen Arbeitgebers der ehemaligen Parteichefin Eva Glawischnig ein. Die Novomatic-Tochter Admiral Sportwetten GmbH soll verbotene Live-Wetten angeboten haben, der Politiker brachte dies zur Anzeige. Beigelegt sind mehr als 20 Wettschein-Kopien. Der Anwalt von Admiral, Walter Schwartz, bezeichnet den Vorwurf, Admiral würde in Wien rechtswidrige Live-Wetten anbieten, als „schlichtweg falsch“.

Laut dem Wiener Wettengesetz sind Live-Sportwetten verboten. Ausnahmen sind Wetten auf Teilergebnisse oder das Endergebnis. Exemplarisch angeführt sind „Satz im Tennis“, „Halbzeit im Fußball“, „Drittel im Eishockey“ und „dergleichen“. Der Grün-Politiker Ellensohn, der als scharfer Kritiker von Novomatic gilt, hatte laut einem Vorausbericht des Nachrichtenmagazins „profil“ Mitarbeiter in verschiedene Admiral-Lokale der Stadt geschickt, die aus ihrer Sicht verdächtige Wetten platzierten. „Wetten auf einzelne Tennis-Games sind verboten“, verweist Ellensohn auf entsprechende Wettscheine.

Admiral-Anwalt Schwartz sieht Games im Tennis laut „profil“ sehr wohl als Teilergebnisse an, die von der Aufzählung der zulässigen Wetten mitumfasst seien. Beim Fußball beanstandet Ellensohn Wetten auf den Gewinner der „verbleibenden Spielzeit“. „Bei dieser Wettform handelt es sich um die sogenannte Restzeitwette“, sagt der Anwalt, die zulässig sei, weil der Ausgang vom Endergebnis abhängig ist. Der Chef der MA 36, Dietmar Klose, hingegen kommentierte die Anzeige so: „Nach Durchsicht der Wettscheine besteht der dringende Verdacht, dass es sich um illegale Live-Wetten handelt. Verwaltungsstrafverfahren sind eingeleitet.“

Neuer Job von Ex-Grünen-Chefin sorgte für Kritik
Erst in der Vorwoche gab es Aufregung, als bekannt wurde, dass die ehemalige Grünen-Chefin Eva Glawischnig zu Novomatic wechselt. Die nunmehrige „Nachhaltigkeitsmanagerin“ des Konzerns hatte diesen als Politikerin noch kritisch betrachtet.

Die Stadt Wien hat vor zwei Jahren die Regelungen für Wettanbieter verschärft. Beispielsweise sind dadurch die umstrittenen Live-Wetten, die manche als Glücksspielersatz sehen, verboten.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.