12.10.2009 10:28 |

Täter in Lebensgefahr

Libyer zündet vor Polizeikaserne in Mailand Bombe

Bei einem Bombenanschlag vor einer Polizeikaserne in Mailand sind am Montagmorgen zwei Menschen verletzt worden. Der Attentäter, ein 35-jähriger Libyer, hatte den Sprengsatz gegen den Eingang der Kaserne geworfen und dabei eine Hand verloren - er schwebt in Lebensgefahr. Ein anwesender Carabiniere wurde von Glassplittern getroffen und verwundet.

Kurz vor der Explosion hatte der Täter "Raus aus Afghanistan!" gerufen und damit gegen die italienische Beteiligung an der internationalen ISAF-Mission in dem zentralasiatischen Land protestieren wollen, so die Ermittler.

Sprengsatz in Werkzeugschachtel versteckt
Die Kaserne wurde nur geringfügig beschädigt, Polizei und Carabinieri waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Der Mann hatte sich dem Wachposten der Kaserne genähert und dann den in einer Werkzeugschachtel versteckten Sprengsatz gezündet. Der Libyer lebt seit mehreren Jahren in Italien mit einer Frau zusammen, mit der er drei Kinder hat. Die Frau wird zurzeit befragt.

Kaserne bereits 2008 im Visier von Attentätern
Die Mailänder Kaserne zählte auch zu den Attentatszielen zweier mutmaßlicher marokkanischer Terroristen, die im Dezember 2008 mit dem Vorwurf festgenommen wurden, Anschläge in der lombardischen Metropole zu planen. Arbeitsminister Maurizio Sacconi betonte, dass der italienische Staat den Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus verschärfen wolle.

Lega Nord ortet "ein dramatisches Signal"
Islamische Gemeinschaften in Italien verurteilten den Anschlag. Die rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord wiederum warnte vor zu vielen fundamentalistischen Gruppen in den italienischen Städten. "Sie müssen identifiziert und aus dem Land ausgewiesen werden. Der Anschlag in Mailand ist ein dramatisches Signal, das eine gefährliche Realität bezeugt. Es gibt viele islamische Gruppen in Italien, die zu Anschlägen bereit sind", warnte der EU-Parlamentarier der Lega Nord, Mario Borghezio.

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.