Berücksichtigt man alle erhobenen Daten - Kosten für durchschnittliche und intensive Nutzung von Bankkonten, unkomplizierter Ablauf und Transparenz - kommt Österreich hinter Italien, Spanien, Lettland und Frankreich auf Rang fünf. Hier schneiden ebenfalls Bulgarien und die Niederlande am kostengünstigsten ab und weisen zudem auch die größte Transparenz auf.
Mangelnde Transparenz, unübersichtliche Spesen
EU-Konsumentenschutzkommissarin Meglena Kuneva sagte am Dienstag in Brüssel, die Banken ließen ihre Kunden im Stich. Grundlegende Rechte im Konsumentenschutz würden verletzt, wobei sich dies von versteckten Gebühren bis zu ungenügender und unklarer Information erstrecke. Sie forderte einerseits die Banken auf, die Kunden ordentlich zu behandeln und verlangte andererseits von den nationalen Regierungen, ihre Verpflichtungen zur Stärkung des EU-Konsumentenschutzes zu erfüllen.
Probleme sieht die Kommission auch in der mangelnden Bereitschaft, von einer Bank zur anderen zu wechseln. Der EU-Schnitt betrage lediglich neun Prozent. An der Spitze liegt hier Großbritannien mit 24 Prozent der Befragten vor Griechenland (17), Deutschland und Schweden (je 16), Irland und die Niederlande (je 15), Spanien (14), Dänemark und Österreich (je 13).
Konsumentschützer sehen sich bestätigt
AK-Konsumentenschützer Harald Glatz sieht sich in seiner wiederholten Kritik an den Banken durch die EU bestätigt. Er forderte ein Ende des Wildwuchses bei den Bankspesen. "Banken holen sich zunehmend zusätzliche Erträge über Gebühren", so Glatz. So koste etwa das Schließen von Sparbüchern, Kontospesen bei Krediten oder Bareinzahlung mit Zahlscheinen beim Girokonto, aber auch zu den Kreditkosten kämen hohe Bearbeitungsgebühren oder Spesen für die Fixzinsverlängerung dazu.
Grüne: Kunden zahlen für die Bankenkrise
Auch die Grünen fühlen sich durch den EU-Bericht bestätigt. "Wir erfahren laufend, dass in den letzten Monaten von vielen Banken neue Gebühren erfunden und Leistungen verteuert wurden, berichtete die Grüne-Konsumentenschutzsprecherin Birgit Schatz in einer Aussendung. Nun erkläre auch EU-Konsumentenschützerin Kuneva die Bankgebühren in Österreich für teuer und intransparent. Für sie ist klar: Die Bankkunden zahlten für die Bankenkrise.
AK: "Gebührenwildwuchs geht munter weiter"
Nach AK-Berichten verlangen Banken neuerdings Gebühren für die gesetzlich vorgesehene Jahreskontomitteilung oder für Zinsänderungsverständigungen. In Deutschland gebe es gegen diese Praxis längst eine eindeutige Rechtsprechung, "aber bei uns geht der Gebührenwildwuchs munter weiter". Das müsse abgestellt werden, fordert Schatz. Sie will zudem den Finanzminister zu den Kreditkonditionen mit Anfragen eindecken.
Österreichs Banker weisen EU-Kritik zurück
In der Bundeskreditsparte in der Wirtschaftskammer wird die Kritik von EU und Konsumentenschützern naturgemäß zurückgewiesen. Nach Meinung von Sparten-Chef Herbert Pichler geht die EU-Kommissarin "offensichtlich von nicht gesicherten Fakten aus". Die Behauptungen der EU-Konsumentenschutz-Kommissarin stünden auch im Gegensatz zu eigenen Untersuchungen, die zeigten, dass die Zahlungsverkehrspreise für Österreichs Konsumenten zu den günstigsten in Europa zählten, so Pichler in einer Aussendung.
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