Do, 16. August 2018

Projekt gescheitert

26.02.2009 13:49

Scheucher will Mittelbühne statt Seebühne

Wenige Tage vor den Kärntner Wahlen torpediert die Stadt Klagenfurt eines der Lieblingprojekte des verstorbenen Landeshauptmannes Jörg Haider: Die Seebühne. Medienberichten zufolge fordert Bürgermeister Harald Scheucher das Land auf, sich davon zu trennen. "Dieses BZÖ-Projekt ist wie vieles gescheitert", hieß es am Donnerstag aus dem Rathaus. Lieber will die Stadt in eine Mittelbühne investieren.

Jährliche Leasingraten von 145.000 Euro zahlt die Stadt Klagenfurt für die Seebühne. Nun will man nicht mehr: "Man muss den Mut haben, dieses Projekt zu begraben", so der Sprecher Scheuchers, Adolf Krumpl. Nach wie vor stehe kein Programm für dieses Jahr fest, auch die erwartete Qualität der Produktionen lasse zu wünschen übrig. Ebenso wie die Auslastung: "54.000 Besucher hat man uns versprochen, in letzter Zeit haben wir nichts davon gesehen." Sollte das Land Kärnten keine vernünftige Planung vorlegen können, sei es besser, sich von der Seebühne zu trennen, meinte Krumpl.

Stadttheater als Zukunftshoffnung der Seebühne
Landeskulturreferent Harald Dobernig (BZÖ) sieht die Sache erwartungsgemäß anders: "Die Stadt kann nicht einfach das, was sie nicht mehr möchte, abschaffen." Ab 2010 werde es außerdem eine Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Klagenfurt geben, dort will man allerdings davon noch nichts gehört haben.

Scheuchers Parteikollege und ÖVP-Chef Josef Martinz sieht ebenfalls das Stadttheater als Zukunftshoffnung der Seebühne. SPÖ-Chef Reinhart Rohr verlangt ein neues Konzept, ebenso FPÖ-Spitzenkandidat Mario Canori. Und Kärntens Grünen-Chef Rolf Holub meint zur schwimmenden Bühne nur: "Sie gehört abgetragen."

Konzept für Mittelbühne bereits fertig
Die Stadt Klagenfurt will die Mittel, die derzeit in die Seebühne fließen, der von Kulturschaffenden seit vielen Jahren geforderten Mittelbühne zugute kommen lassen. Ins Auge gefasst wird dafür das sogenannte Hafer-Depot in der Feldkirchner Straße, das der Stadt von der Eigentümergemeinschaft zum Kauf angeboten wurde. Ein fertiges Konzept soll bereits mitgeliefert worden sein. Ob sich die Landeshauptstadt angesichts der klammen Finanzlage das auch leisten wird können, ist noch nicht sicher.

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