Das freie Wort

Zivildienst mit Pech

So wie Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern sind auch Zivildiener in der jetzigen Lage unentbehrlich. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei einem besonderen Turnus der Zivildiener. Ungefähr 1500 Zivildienstleistende, welche Ende März abgerüstet hätten, wurden bereits bis 30. Juni verlängert. Obwohl es ungerechte Unterschiede zwischen dem Gehalt von diesen zwangsverlängerten im Vergleich zu den freiwillig zurückkehrenden Zivildienern gibt, sind alle „Zivis“ stolz darauf, in einer derartigen Krise ihrem Land helfen zu können. Gerade für die zwangsverlängerten Zivildiener ändert sich jedoch viel in Bezug auf deren Zukunftspläne. Die Mehrheit hat diesen Turnus gewählt, um ab April Freizeit zu haben. Zeit, welche viele bräuchten, um für den Medizinaufnahmetest zu lernen, welcher als besonders schwer gilt. Trotzdem haben sehr viele Jugendliche vor, nach ihrem Dienst Medizin zu studieren, um weiterhin im Gesundheitswesen tätig zu sein. Andere Zivildienstleistende wären vor dem angehenden Studium arbeiten gegangen. Sei es für Wohnplätze oder eigene Autos, für ein Studium – Geld ist nicht unwichtig. All diese Zukunftspläne müssen die rund 1500 Zivildiener nun überdenken, da sie einfach Pech mit dem Virus hatten. Auch im Sinne der Bezahlung hält die Regierung daran fest, nichts ändern zu wollen. Da haben die Zivildiener wohl erneut Pech gehabt. Inzwischen gab Frau Zivildienstminister Köstinger bekannt, dass keine weiteren Verlängerungen benötigt werden. Der nächste Turnus kann nun, wie geplant, Ende Mai abrüsten, während die verlängerten Zivis weiterhin bis Ende Juni ihren Dienst leisten müssen. Man könnte den Verlängerten zwar etwas entgegenkommen und ihnen doch noch einen Monat streichen, dafür dem nächsten Turnus einen Monat dranhängen. Frau Köstinger sieht jedoch aus unbekannten Gründen davon ab. Eventuell wäre das zu viel Schreibtischarbeit, eventuell haben die Zivildiener wieder nur Pech.

Name und Anschrift der Redaktion bekannt,

Erschienen am Sa, 25.4.2020

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