Schleimalarm an Küsten

„Meeresrotz“ dehnt sich in italienischer Adria aus

Wer in seinem wohlverdienten Urlaub ans Meer fährt, der träumt von glasklarem Wasser und sauberen weißen Stränden – doch an der italienischen Adria werden Erholungssuchende zunehmend enttäuscht. Algenschleim (auch „Meeresrotz“ genannt) breitet sich an immer mehr Stränden aus. Die Tourismusregionen versuchten zu beschwichtigen – sie haben Angst, dass Urlauber stornieren.

„An der gesamten Adria herrscht Schleimalarm“, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Nachdem das Phänomen zunächst im Norden gesichtet wurde, breitet es sich nun Richtung Süden aus. Die Hitze der letzten Tage fördert das Algenwachstum. 

In diesem Beitrag wird der Algenschleim im Golf von Triest gezeigt: 

Zunächst waren nur die norditalienischen Regionen, Friaul, Venetien und Emilia-Romagna belastet. Nun ist das Problem auch in Süditalien angekommen: Auch die Küste der Regionen Molise, Abruzzen und Apulien sind mit dem unappetitlichen Schleim überzogen.

Hotelbetreiber schicken „Beweisfotos“ vom Meer
Tourismusunternehmen sind wegen zunehmender Stornierungen besorgt. „Wir sind gezwungen, in Echtzeit Fotos vom Meer zu machen und sie an Touristen zu schicken, die uns darum bitten“, erklärte ein betroffener Unternehmer gegenüber „La Nuova Riviera“ die angespannte Situation. Die Berichterstattung über den „Meeresrotz“ findet der Präsidenten der Hotelvereinigung, Nicola Mozzoni, überzogen. Auch er postet in sozialen Medien Videos vom italienischen Meer, um Touristen zu beruhigen.

Mit diesem Video will Mozzoni Urlauber überzeugen, dass sich ein Aufenthalt in Italien unbedingt lohnt:

Fischer leiden unter Schleim
Eine Gruppe, die aber offenbar noch etwas mehr unter der Algenplage leidet, sind die Fischer in den betroffenen Regionen. Der Fischerverband Confcooperative Fedagripesca fordert sogar den Einsatz einer Expertenkommission, um die Entwicklung zu beobachten. Der Schleim macht vor allem kleinen Booten zu schaffen – er stört die Propeller und auch die Reinigung der mechanischen Teile würde sich sehr schwierig gestalten. Die Algen würden zudem auch Netze in Mitleidenschaft ziehen.

Touristiker wollen keine „Werbung“ für Algenschleim
Die Probleme der Fischer will Touristiker Mozzoni auch gar nicht von der Hand weisen. „Fischer haben zu Recht eine andere Wahrnehmung dessen, was vor der Küste passiert“, erklärte er der Presse. „Ich stimme ihnen voll und ganz zu, aber auf der Werbeebene gilt: Je weniger Werbung für das Phänomen gemacht wird, desto besser.“ Er warnt Urlauber: „Wer die Reservierung storniert, geht vielleicht an Orte, an denen es das gleiche Problem gibt oder gab.“


Forscher: Substanz von Meeresalge ist ungefährlich
Auch Wissenschaftler warnen vor übertriebener Sorge – der Algenschleim sei ein natürliches Phänomen, das schon im 19. Jahrhundert beobachtet wurde, erklärt Attilio Rinaldi vom Meeresforschungszentrums der Stadt Cesenatico. „Warum sich der Schleim zu einem bestimmten Zeitpunkt bildet, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt“, so der Forscher. Das Phänomen werde von einer ungiftigen Mikroalge, Gonyaulax, verursacht, die die gelartige, aber ungefährliche Substanz freisetzt.

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