23.06.2003 22:29 |

Greenpeace:

"Biopatent-Vergabe völlig außer Kontrolle"

Nachdem das Europäische Patentamt das Patent auf Kekse und Teig aus einer bestimmten Weizensorte und die Pflanzen selbst erteilt hat, kommt Kritik von Greenpeace. Thomas Fertl, Patent-Expterte von Greenpeace Österreich: „Dieses Patent veranschaulicht, dass die Biopatent-Vergabe völlig außer Kontrolle geraten ist.“
Das Patent der Firma Monsanto (EP 445929), dasim Mai 2003 durch das Europäische Patentamt erteilt wurde,umfasst Weizen zur "Herstellung von knusprigen, mehlhaltigen,essbaren Produkten wie Biskuits oder ähnlichem". Die sogenannteErfindung der Firma Monsanto besteht darin, dass sie eine traditionelleindische Weizensorte mit anderen Pflanzen gekreuzt hat. Es handeltsich um normale Züchtung, nicht um genmanipulierte Pflanzen.Monsanto benutzt lediglich die Gene, die natürlicherweisein den Pflanzen vorhanden sind.
 
"Verbot der Patentierung von Genen, Lebewesenund Saatgut nötig"
"Dieser Fall zeigt, welche Dimensionen Patente aufLeben erreicht haben: Nicht nur gentechnisch veränderte,sondern auch ganz normale Pflanzen und Tiere werden patentiert,wenn in ihnen Gene von wirtschaftlichem Interesse entdeckt werden",warnt Christoph Then, Patent-Experte von Greenpeace Deutschland,"Monsanto beklaut gezielt indische Landwirte, die über Jahrhundertediesen speziellen Weizen gezüchtet haben. Dieses Patent zeigt,wie dringend ein gesetzliches generelles Verbot der Patentierungvon Genen und Lebewesen und Saatgut ist."
 
Monsanto könnte in Zukunft nicht nur Bauern,sondern auch Bäckereien, Konditoreien und Supermärkteverklagen, wenn sie Kekse oder Kuchen aus patentiertem Weizenherstellen oder verkaufen.
 
Greenpeace bereitet einen Einspruch gegen das Patentvor und fordert eine Neuverhandlung der Biopatent-Richtlinien.
Freitag, 25. Juni 2021
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