Do, 21. Juni 2018

Gib Gummi!

23.10.2007 14:23

Project Gotham Racing 4

Mit "Forza Motorsport 2" oder etwa "Colin McRae DiRT" sind Xbox-360-Besitzer heuer bereits mehrfach in den Genuss eines packenden Rennspieles gekommen. Mit "PGR4" steht nun ein weiterer PS-starker Titel in den Startlöchern. Ob Project Gotham Racing 4 nach dem Erfolg des Vorgängers seinem Ruf und den Erwartungen der Fans gerecht werden kann, erfährst du hier.

Nach einem spektakulären Intro-Video wird der Spieler bereits mit der ersten Neuerung konfrontiert: Für den eigenen Fahrer oder die Fahrerin gilt es ein passendes Outfit zu wählen und die Nationalität zu bestimmen. Aufmerksame Leser werden nun vollkommen zu Recht anmerken, dass das äußere Erscheinungsbild keine Rolle spielt, sitzt der Fahrer doch meistens nur schemenhaft erkennbar im Cockpit-Inneren seines Wagen (Cabrios ausgenommen). Aber, und das ist die zweite Neuerung: Unter den insgesamt 130 Original-Fahrzeugen von "PGR4" tummeln sich erstmals auch Motorräder.

Im Menü angekommen, hat der Spieler schließlich die Wahl zwischen einem Singleplayer- und einem Multiplayer-Modus für bis zu acht Spieler, wobei Ersterer sich in einen Karriere- und einen Arkade-Modus sowie Zeitfahren und ein benutzerdefiniertes Spiel unterteilt. Herzstück ist natürlich die "Gotham-Karriere", in der sich der Spieler über vier Klassen an die Spitze aller Rennfahrer zu kämpfen hat. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die unterschiedlichsten Fahrevents absolviert und dabei so viele Kudos - die spieleigene Währung - wie möglich eingeheimst werden. Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Auswahl. Praktischerweise darf vor jedem Event erneut gewählt werden, wie stark die Gegner sein sollen.

PGR4 bläst zum Pylonen-Angriff
Die Fahrevents sind nicht einfach nur Rennen, bei denen es als Erster über die Ziellinie zu sausen gilt, sondern fordern das Können des Spielers auf vielfältige Art und Weise: Neben Ausscheidungsrennen, bei denen der Letzte des Fahrerfeldes rausfliegt, oder der "heißen Runde", bei der es den Kurs innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu umrunden gilt, bietet "PGR4" etwa auch diverse Slalom-Rennen, Fahrerduelle oder den unterhaltsamen "Pylonen-Angriff", bei dem - wie beim Kegeln - eine bestimmte Anzahl von Pylonen auf dem Parcours erwischt werden müssen. Von Zeit zu Zeit winken schließlich spezielle Einladungsevents. Diese haben zwar keinerlei Einfluss auf die aktuelle Platzierung, bescheren dem Spieler mitunter aber einen neuen Untersatz oder andere Extras.

Die Kudos wiederum gibt es wie bereits bei den Vorgängern für besonders riskante oder sauber durchgeführte Fahrmanöver sowie neuerdings auch für die Platzierung auf den ersten drei Rängen. Hat man fleißig Kudos angespart, können diese im "PGR-Shop" gegen neue Strecken, Fahrzeuge, Spielmodi und anderes eingetauscht werden. Jedes Vehikel darf dann wie gehabt in der eigenen Garage bestaunt werden, wo zur Entspannung auch wieder ein Spielautomat zur einer Partie "Geometry Wars: Waves" einlädt.

Weiterflug nach New York, die Sonne brennt
Gefahren wird diesmal auf 200 unterschiedlichen Rennstrecken in neun sehr abwechslungsreich gestalteten Städten. Zu den bereits bekannten Metropolen New York, Las Vegas, London, Tokio sowie dem Nürburgring gesellen sich das ländliche Quebec, das verwinkelte St. Petersburg sowie Shanghai und Macau. Für zusätzliche Abwechslung sorgen hier erstmals dynamische Wettereffekte, die eine bislang sichere Fahrt auf trockenem Untergrund schnell zur Schlitterpartie werden lassen.

Ob Nebel, Regen, Schnee oder sogar Eis: Jedes Wetter macht sich nicht nur in optischer Hinsicht bemerkbar, sondern hat direkte Auswirkungen auf das Fahrverhalten. Leider lässt sich das von Crashs nicht behaupten, denn obwohl Kollisionen mit Gegnern oder der Bande ihre Spuren am Auto hinterlassen, kann der Fahrer unverhinderter Dinge weiter ziehen.

"I'm only happy when it rains"
Den Spielspaß vermag dieser Umstand jedoch nicht zu trüben, denn "PGR4" spielt sich nicht nur hervorragend, sondern sieht auch blendend aus. Die Karosserien glänzen im Sonnenlicht, reflektieren das Licht großer Reklametafeln oder lassen Regentropfen langsam abperlen. Wer einen Moment inne hält, kann zudem die detailreich gestaltete Umgebung genießen, in der Zuschauer nicht bloß Statisten sind, sondern mit Gewinke, Blitzlichtgewitter oder auch einem Sprung zur Seite, wenn der Bolide in die Bande kracht, auf den Fahrer reagieren.

Wie schön die Level wirklich sind, erfährt man aber am Besten im Foto-Modus: Mit einer virtuellen Kamera kann die Rennstrecke frei abgegangen und fotografiert werden. Die Schnappschüsse können via Xbox-Live anderen zugänglich gemacht und schließlich über das Internet auch auf den PC geladen werden ("PGR auf Abruf"). Gleiches gilt für die Aufzeichnungen der Rennen. 

Richard Wagner trifft auf die Kaiser Chiefs
Auch beim Sound und der Musik haben sich die Macher von Bizarre Creations wieder große Mühe gegeben: Jedes Fahrzeug bietet einen unverkennbaren Motorensound, der je nach Kameraperspektive (Cockpit, Kühlerhaube, Stoßstange sowie zwei Außenansichten) anders klingt. Bei der Musik ist man dem Konzept des Vorgängers treu geblieben: Mittels Druck auf das digitale Steuerkreuz kann bequem zwischen den Tracks oder Genres hin und her geschaltet werden. Wagners Walkürenritt ist ebenso vertreten wie die Kaiser Chiefs mit ihrem aktuellen Hit "Ruby" oder krachender Electro-Sound von Prodigy.

Fazit: Unzählige Fahrzeuge (darunter erstmals Motorräder) und Strecken, abwechslungsreiche Herausforderungen und atemberaubende Grafik mit dynamischen Wettereffekten sorgen bei "PGR4" für Langzeitmotivation. Angesichts dieser Umstände lässt sich leicht darüber hinwegsehen, dass der Karriere-Modus in eine Rahmenhandlung eingebettet hätte werden können, dass das Schadensmodell keine Auswirkung auf das Fahrverhalten hat und dass der Schwierigkeitsgrad stellenweise recht unausgewogen ist. Alles in allem eine konsequente und gut gemachte Fortsetzung, der so schnell kein anderer Titel den Rang streitig machen wird.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
Krone.at-Wertung: 90 %

von Sebastian Räuchle

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