Mo, 24. September 2018

Let's Boogie

31.08.2007 14:27

Boogie

Nintendos Wii ist, das darf man wohl so verallgemeinernd sagen, in erster Linie eine Party-Konsole. Was zur perfekten Feier aber bislang fehlte, waren Karaoke- und Tanz-Spiele. Electronic Arts wagt mit "Boogie" nun einen ersten Vorstoß.

Spätestens seit "SingStar" ist Karaoke jedem Gamer ein Begriff. Freunde der japanischen Sangeskunst in Besitz eines Wii mussten bislang aber in die Röhre schauen. Mit "Boogie" möchte Electronic Arts jetzt nicht nur Vorreiter in Sachen Karaoke auf der Nintendo-Konsole sein, sondern zugleich auch eine Lanze für den Tanzsport brechen.

Bevor jedoch zur Tat geschritten werden darf, muss zuerst ein passender Charakter gewählt werden, dessen optisches Erscheinungsbild direkt im Anschluss angepasst werden kann. Ein darauf folgendes Tutorial - gesprochen von Schauspieler Dirk Bach - macht mit den wichtigsten Bewegungen vertraut. Zur Intensivierung kann im "Training" zudem alles Schritt für Schritt geübt werden.

Doch zum eigentlichen Spiel: "Boogie" gliedert sich in zwei Hauptbestandteile - das Singen und das Tanzen. Während Einzelgänger jeder Disziplin für sich nachgehen können, können zwei Spieler in einem Koop-Modus auch gemeinsam dem Party-Spaß frönen. In diesem Fall übernimmt ein Spieler den Gesang, während der andere das Tanzbein schwingen darf. Zu guter Letzt bekommt der Spieler noch einen Story-Modus geboten, in dem sich die jeweiligen Charaktere von Herausforderung zu Herausforderung abwechselnd singen und tanzen.

Das Singen unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von der Konkurrenz aus dem Hause Sony: Während der Text am unteren Bildschirmrand eingeblendet wird, erscheint die Melodie in Form von unterschiedlich langen Balken. Wer Tonhöhe und Takt trifft, kassiert Punkte, mit denen sich neue Songs, Bühnen oder auch Outfits freischalten lassen.

Fürs Tanzen wird das mitgelieferte Mikrofon aus der Hand gelegt, die Steuerung erfolgt dann über Wii-Mote und Nunchuck. Und so geht's: Mit der Wii-Mote versucht der Spieler im Takt zu schwingen, um eine Boogie-Boost-Anzeige zu füllen, mit der sich dann wiederum bestimmte Combos vollführen lassen. In welche Richtung dabei geschwungen wird, ist vorgegeben - es bedarf also einer schnellen Auffassungs- und Reaktionsgabe, um das Punktekonto nach oben zu treiben.

Zusätzliche Punkte bekommt der Spieler durch das Einsammeln der Spielwährung "Token", die immer wieder auf der Bühne zum Vorschein kommt, sowie perfekt in Szene gesetzte Posen. Der "Posing"-Modus wird per Knopfdruck ausgelöst; in einer Art Minigame gilt es dann eine Zielscheibe anzuvisieren, um die richtige Haltung einzunehmen. Für zusätzliche Abwechslung sorgen die Soli, in denen der Spieler durch zeitgerechtes Knöpfchendrücken die Lippen synchron zum Text bewegen muss.

Im Anschluss an jede Gesangs- und Tanzdarbietung darf im Schnittraum mit dem "Video-Maker" alles zu einem kunstvollen Video-Clip zurechtgestutzt werden. Per Knopfdruck werden neue Schnitte gesetzt, die Kameraperspektive verändert und Effekte hinzugefügt. Einmal abgespeichert, kann der Lieblingsauftritt wieder und wieder bestaunt werden.

Bestaunt werden darf durchaus auch die Grafik, die für Wii-Verhältnisse überdurchschnittlich farbenfroh, scharf und detailliert ausfällt. Vor allem die Charaktere und die zahlreichen Hintergründe, vor denen "performt" werden darf, wissen zu gefallen. Lediglich der Story-Modus hätte etwas liebevoller gestaltet werden können: Hier bekommt der Spieler nur ein paar eingefrorene Bilder und viel Text zu lesen vorgesetzt.

Sehr gut hingegen der In-Game-Sound (für die eigenen Disharmonien kann EA ja nichts) sowie die Songauswahl, die mit rund 35 Songs aus vier Epochen für jeden Geschmack etwas bereit halten dürfte. Britney Spears oder die Pussy Cat Dolls sind ebenso vertreten wie die Jackson 5, die Commodores oder Kool & The Gang (gesamte Tracklist siehe unten).

Fazit: Auch wenn man manchmal das untrügliche Gefühl hat, sehr wohl den Ton getroffen und im Takt gewippt zu haben: "Boogie" macht richtig Laune - sowohl beim Singen als auch beim Tanzen und der Postproduktion im Videoschnittraum. Die farbenfrohe Aufmachung kann sich sehen lassen, lediglich der Story-Modus ist ein wenig überflüssig und im Vergleich zum Rest des Spiels zu minimalistisch gehalten.

Plattform: Wii
Publisher: Electronic Arts
Krone.at-Wertung: 87 %

Die Boogie-Songs im Überblick
ABC - The Jackson 5
Baila Me - Gypsy Kings
Boogie Oogie Oogie - Taste Of Honey
Brick House - The Commodores
Canned Heat - Jamiroquai
Celebration - Kool & The Gang
Dancing in the Street - Martha Reeves & The Vandellas
Dancing Machine - Jackson 5
Don't Cha - Pussycat Dolls / Busta Rhymes
Fergalicious - Fergi
Get Right - Jennifer Lopez
Get The Party Started - Pink
Girls Just Want To Have Fun - Cyndi Lauper
Groove Is In The Heart - Dee-Lite
I Want You Back - The Jackson 5
I’m A Slave 4 U - Britney Spears
It's Raining Men - The Weather Girls
Karma Chameleon - Culture Club
Kung Fu Fighting - Carl Douglas
Le Freak - Chic
Let's Get It Started - Black Eyed Peas
Love Rollercoaster - Red Hot Chili Peppers
Love Shack - The B-52's
Mambo No. 5 (A Little Bit of…) - Lou Bega
Milkshake - Kelis
One More Time - Daft Punk
One Way Or Another - Blondie
Oops I Did It Again - Britney Spears
Pop Muzik - M
S.O.S. - Rihanna
Stars - Simply Red
That's The Way (I Like It) - KC And The Sunshine
Tu Y Yo - Thalia
U Can't Touch This - M.C. Hammer
Virtual Insanity - Jamiroquai
Walking On Sunshine - Katrina & The Waves
We Are Family - Sister Sledge
Y.M.C.A.- The Village People

von Sebastian Räuchle

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