02.06.2003 22:01 |

Weltall-Mission

Europäer starten erstmals zum Mars

Mit einem Feuerschwall in Richtung Roter Planet: Die europäische Raumsonde "Mars-Express" hat sich am Montag auf ihren weiten Weg zum Nachbarplaneten der Erde gemacht. Die erste europäische Mission zum Mars startete pünktlich um 19.45 Uhr MESZ mit einer russischen Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Im Europäischen Weltraumkontrollzentrum ESOC in Darmstadt bezeichnete der ehemalige Astronaut Ulf Merbold den "Mars- Express" als Auftakt für eine bemannte Mission zum Roten Planeten.
In rund 30 Jahren könnten die ersten Menschenauf dem Mars stehen. "Ich würde sofort fliegen", sagte Merbold."Der Flug zum Mars ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts."Allein mit Robotern lasse sich der Planet nicht erforschen. DasMars-Projekt soll nach Leben auf dem Mars suchen und den Russenund Amerikanern auf der Erde zeigen, dass auch mit den Europäernin der Raumfahrt weiter zu rechnen ist. Nach einer sechs Monatelangen Reise soll die Sonde im Dezember den Mars erreicht.
 
Bis der erste benannte Flug starten könne,müssten allerdings "noch etliche Sonden zum roten Planetenfliegen", erklärte Wolfgang Seboldt von der Deutschen Zentralefür Raum und Luftfahrt (DLR). "Wir müssen zuerst genauüber das Klima und die Landschaft Bescheid wissen." Mindestenseinmal müsse eine Rakete vom Mars zur Erde zurückkehren.Die Kosten von 300 Millionen Euro für den "Mars- Express"hält Seboldt für vertretbar: "Das sind 5 Euro pro Jahrfür jeden Europäer."
 
David Southwood, Wissenschaftlicher Direktor beider der Europäischen Weltraumagentur ESA, sagte: "Es warZeit für Europa, sich seinen Platz bei dieser Weltraumerforschungzu sichern." Gemeinsam mit russischen und US-Partnern stelltendie 15 an der ESA beteiligten europäischen Staaten das Projektvor fünf Jahren auf die Beine.
 
Mit einer Geschwindigkeit von 10 800 Kilometernpro Stunde soll das Weltraumgeschoss dem Mars entgegenrasen. "Mars-Express"nähert sich dem Planeten bis auf 250 Kilometer Nähe.Eine 3-D-Kamera aus Friedrichshafen in Baden-Württembergsoll enthüllen, ob auf dem Roten Planeten die Voraussetzungenfür Leben bestehen.
 
Über dem Mars wird der Landeapparat "Beagle2" - sicher umhüllt von drei Luftsäcken - abgeworfen.Das Gerät ist ausgestattet mit Bohrern, Greifarm und Spezialtechnikund soll Aufschlüsse über Wasser und eventuelles Lebenauf dem Mars geben.
 
Europa wird nicht allein unterwegs zum Mars sein.Noch in diesem Monat wollen auch die USA zwei neue Missionen starten.Die Planeten stehen günstig für dieses Weltraumabenteuer.Der Mars ist der Erde mit einem Abstand von 56 Millionen Kilometernso nah wie seit mehr als 2000 Jahren nicht mehr. Das spart Treibstoffund ermöglicht die Mitnahme von mehr Weltraumtechnik.
 
Nach Auskunft von Markus Landgraf von der Mars-Gesellschaftwird bereits ein Trainingslager in der Arktis entworfen, in demAstronauten unter Mars-Bedingungen arbeiten könnten.
Donnerstag, 17. Juni 2021
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