19.07.2007 16:23 |

Kälte fördert Kriege

Mehr Kriege bei kaltem Wetter in China

Immer wenn es im Osten Chinas besonders kalt wurde, kam es einige Jahre später zu Kriegen. Zu diesem Schluss sind Forscher der Universität Hong Kong nach der Analayse von Klimadaten der vergangenen 1.000 Jahre gekommen. Verminderte landwirtschaftliche Aktivitäten haben das Aggressionspotenzial ansteigen lassen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature".

David Zhang und sein Forscherteam haben entdeckt, dass es in den Jahren 1000 bis 1911 rund 900 bewaffnete Konflikte in Ostchina - der Kornkammer Chinas - gegeben hat. Die Wissenschaftler haben jede einzelne Dekade nach der Anzahl der jeweiligen Konflikte klassifiziert. Während des untersuchten Zeitraumes ergab das Studium der Klimadaten für die nördliche Hemisphäre sechs Kalt- und Warmphasen.

Auf Kältephasen folgten Kriege
Während der Kältephasen verminderte sich die Nahrungsmittel-Produktion dramatisch. Alle vier Dekaden mit der höchsten Anzahl an Konflikten waren Kältephasen, fanden die Forscher heraus. Die Kriege kamen immer etwa zehn bis 30 Jahre nach diesen Kälteperioden. „In Situationen mit ökologischem Stress könnte der Krieg schlussendlich die Lösung sein, um auf verminderte Ressourcen zu reagieren“, subsumieren die Forscher. „Das Resultat hat mich sehr überrascht", meint Zhang. Es scheint, als würden die Menschen immer noch so reagieren wie Tiere.

Forscher sehen Parallelen zur Jetztzeit
Der Wissenschaftler sieht in seinen Untersuchungen aber auch deutliche Parallelen zur Jetztzeit. Die Klimaänderung auf der Erde könnte in Zukunft solche Szenarien sehr wahrscheinlich machen. „Am schlimmsten betroffen sind jene Regionen, die die meisten Ressourcen haben. Um diese Lebensgrundlagen wird ein erbitterter Konflikt geführt“, so Zhang. Die Autoren der Studie fassen ihre Schlussfolgerungen in ein Wortspiel: Dem "Global Warming" (weltweite Erwärmung) könnte ein "Global Warring" (weltweiter Krieg) folgen. (pte)

Symbolbild

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