02.05.2003 16:41 |

Irrwege

Faszinierende Labyrinthe

Labyrinth? Irrgarten? Ist das nicht dasselbe? So fragt der Laie angesichts dieser faszinierenden geometrischen Konstruktionen, in denen wir uns in Wegen und Irrwegen verlieren, um schließlich in der Mitte wieder zu uns zu finden. Während der Irrgarten durch Sackgassen, Umwege und Wahlmöglichkeiten immer neue Verwirrungen schafft, führt beim Labyrinth stets der gleiche Weg, wenn auch verschlungen und für den Gehenden nicht immer überschaubar, zum Ziel man muss nur durchhalten. Wie im richtigen Leben.
"Der Irrgarten stellt die Frage: Gehst du falschoder gehst du richtig? Das Labyrinth hingegen fragt: Gehst duoder gehst du nicht?", bringt Mag. Gernot Candolini, ÖsterreichsLabyrinth-Fachmann, die Sache auf den metaphysischen Punkt. Labyrinthesind etwa 4000 Jahre alt. Minotaurus, das Stierungeheuer, lebteder Sage nach in einem Labyrinth. Labyrinth-Abbildungen findensich auf kretischen Münzen und römischen Böden,Labyrinthe im Freien dienten der Sternenbeobachtung und kultischenZwecken. In der Gotik hielt das Labyrinth als Mosaik Einzug indie Fußböden christlicher Kirchen (Kathedrale von Chartres).
 
Sex im Labyrinth war verboten
Erst die Gartenarchitektur der Renaissance schufden Irrgarten als "Spaß"-Variante des Labyrinths. Im Schlossparkvon Schönbrunn wurde 1740 einer der imposantesten IrrgärtenEuropas angelegt. Mag. Candolini: "Im Grunde eher ein Wandelgang,allerdings mit einer beträchtlichen Weglänge von fastvier Kilometern. Bald nach Fertigstellung wurden zusätzlichdiagonale Wege angelegt, so dass die ursprüngliche Idee desGesamtkonzeptes verloren ging. Im Laufe der Jahrzehnte wurde derIrrgarten ständig vereinfacht, bis im Jahr 1892 auch derletzte verbliebene Heckenbereich gerodet wurde, weil er, lautProtokoll ,wegen seiner Dichtigkeit Zwecken diente, welche inöffentlichen Anlagen verboten sind."
 
Das Labyrinth von Schönbrunn
Heute umfasst die Anlage von Schönbrunn dreiBereiche: einen Irrgarten, ein Labyrinth und eine Spirale. DerIrrgarten besteht aus einer wunderbaren Eibenhecke, im Zentrumbelohnen zwei Harmoniesteine (durch einen chinesischen Feng-Shui-Meisteraktiviert) den am Ziel Angelangten. Das Labyrinth mit seiner kniehohenHecke belässt dem Besucher den Überblick. Die Spiraleführt in einem langen Schlangenweg zwischen übermannshohenHainbuchenhecken konzentrisch auf einen Aussichtshügel.
 
Durchs Labyrinth gehen kannst du auch online aufKrone.at - folge dem Link in der Linkbox undsuch dir den Weg ins Ziel!
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