12.02.2007 20:36 |

Geisterspiel-Frust

Inter-Coach Maldini fordert Abbruch der Serie A

Der Trainer von Italiens Meister und Tabellenführer Inter Mailand, Roberto Mancini, fordert eine Aussetzung der Meisterschaft, bis alle italienischen Stadien den Sicherheitsstandards angepasst sind. "Ohne Zuschauer hat es keinen Sinn zu spielen, das ist kein Fußball mehr", erklärte Mancini. Mancini meinte, man sollte den Titel dem Tabellenführer zusprechen und die Meisterschaft vorzeitig beenden.

Bereits in der vergangenen Saison hatte Inter im Rahmen des weit reichenden Manipulationsskandals den Meistertitel vom in die Serie B zwangsrelegierten Rekordchampion Juventus Turin "geerbt". Inter spielte am Sonntag auf Grund der neuen Sicherheitsvorkehrungen nach dem Polizistenmord in Catania in Verona erstmals unter Ausschluss der Öffentlichkeit und besiegte Chievo mit 2:0.

Mehrere Inter-Fans demonstrierten vor dem Stadion in Verona gegen den Regierungsbeschluss, Stadien zu sperren, die den Sicherheitsstandards nicht entsprechen. Vier Inter-Ultras wurden festgenommen, nachdem vor dem Stadion Knallkörper explodiert waren, außerdem hatten sie Drogen und einige Schlagstöcke bei sich.

Matches vor leeren Rängen
In Florenz, Bergamo, Verona und Messina wurde am Sonntag ebenfalls vor leeren Rängen gespielt. Der AC Milan hatte nach fieberhaften Arbeiten eine Sondergenehmigung erhalten. So konnten gegen Livorno zumindest die Dauerkartenbesitzer Ronaldos umjubeltes Debüt ab der 62. Spielminute beim 2:1-Sieg sehen. Die Milan-Tore erzielten Gattuso (29.) und Jankulovski (68.).

Kaum noch Zuschauer
Das erste Wochenende mit den Besucher-Restriktionen unterstrich eine deutliche Entwicklung im italienischen Fußball. Die Zuschauer werden immer weniger. In den sechs Stadien, in denen am Sonntag Publikum zugelassen war, wurden lediglich 113.000 Zuschauer registriert - ein Schnitt von weniger als 20.000 pro Partie. Bereits in der laufenden Saison waren durchschnittlich nur 19.000 Menschen zu den Erstliga-Spielen gekommen.

Vor diesem Hintergrund schlägt Italiens Spielergewerkschaft (AIC) Alarm. "Diese Lage ist absolut Besorgnis erregend. Sie ist aber die Folge der Mentalität der Klubs, die in den vergangenen Jahren nur an die Einnahmen durch TV-Übertragungsrechte gedacht und Zuschauer als zweitrangig betrachtet haben", erklärte AIC-Präsident Sergio Campana.

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