500.000 Euro-Defizit

Finanzmisere für Retter aus Luft

Alarm für die Retter aus der Luft: Etwa ein Drittel der Einsätze der Notarzthubschrauber „Christphorus“ werden im Land ob der Enns nicht bezahlt. Die dramatischen Folgen: ein Defizit von 500.000 Euro im Jahr. Land OÖ, Sponsoren, Spender und Clubmitglieder müssen das Minus begleichen.

Im Land ob der Enns flogen die beiden Notarzthubschrauber „C 10“ in Linz und „Europa 3“ in Suben im vorigen Jahr insgesamt 1561 Einsätze. Es handelte sich dabei um 1211 Primäreinsätze, 190 Verlegungsflüge und 160 Fehleinsätze. Während in OÖ 34 Prozent der Rettungsflüge nicht bezahlt werden, sieht die Jahresbilanz in Niederösterreich noch schlimmer aus: Dort wurde fast die Hälfte der Flugeinsätze nicht bezahlt.

„Bei uns sieht es besser aus, weil wir eine bessere Qualitätsdisposition als in Niederösterreich haben“, erläutert C-10-Pilot Martin Lackner. Meldet jemand beim Notruf „144“ einen Notfall, wird von der Rot-Kreuz-Leitzentrale bestimmt, welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt. „Das macht ein qualifizierter Mann, der sich aus den Informationen vor Ort ein genaues Bild macht“, so Lackner. Genaueste Infos sind für die Einsätze besonders wichtig, erklärt Lackner: „Denn oft fließt beim Patienten viel Blut, dabei ist die Schnittverletzung nicht so arg.“

Zur Finanzmisere sagt der Pilot: „Wenn der Chefarzt später die Bezahlung verweigert, ist es unfair. Wir haben ja keine andere Wahl, als zu fliegen.“

 

 

 

Foto: ÖAMTC

Freitag, 07. Mai 2021
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