Mi, 12. Dezember 2018

Spezial-Brille:

26.09.2017 21:36

Für Rettungsheli-Crews wird die Nacht zum Tag

Militär-Technik macht ab sofort in Oberösterreich für fliegende Lebensretter die Nacht zum Tag! Die ÖAMTC-Rettungshelikopter in Linz-Hörsching und Suben werden mit Nachtsichtgeräten aufgerüstet. Gesamtkosten: 200.000 Euro. Ein 24-Stunden-Dienst wie in Niederösterreich ist derzeit noch nicht angedacht.

"Auch der Doktor bekommt ein Nachtsicht-Monokel, damit er sich in der Dunkelheit nicht fürchten muss", scherzt der "Christophorus 10"-Stützpunktleiter Wolfgang Hießböck bei der Vorstellung der jeweils 10.000 Euro teuren Geräte im Interview.

Sichtfeld stark eingeschränkt

Der Pilot und der Flugretter, der gleichzeitig Co-Pilot ist, bekommen auf den Helm montierbare Nachtsichtgeräte. "Diese schränken das Sichtfeld auf etwa 40 Grad ein", erklärt Ausbildner und ehemaliger Bundesheer-Pilot Markus Seidl, ein gebürtiger Linzer.

Mond-, Sternen- und Kunstlicht verstärkt
Das Nachtsichtgerät schaut aus wie ein kleines Fernglas, darin ist Technik verbaut, die das Restlicht - Mond, Sterne und künstliche Beleuchtung - verstärkt und als grau schattiertes Bild wiedergeben kann. Es ist quasi ein Foto, das aber die Einschätzung von Entfernung und Tempo schwieriger macht.

Eine Woche Training

Daher wird eine Woche lang trainiert - und rund um Linz und Suben sind die Helis deshalb bis in die Nacht hinein unterwegs.
"Ansonsten bleiben die Einsatzzeiten gleich", sagt ÖAMTC-Landesdirektor Josef Thurnhofer, der  durch die Geräte die Sicherheit bei Rückflügen bei Abendeinsätzen erhöhen will.

2000 Einsätze pro Jahr

Nur in Ausnahmen werden die oberösterreichischen Helis, die gemeinsam 2000-mal pro Jahr  zu Notfällen abheben, auch nach Einbruch der - so heißt sie tatsächlich - "bürgerlichen Dämmerung" starten.

Bisher mussten sich Wolfgang Hießböck und seine Kollegen  in der Dämmerung auf ihre Adler-Augen verlassen, jetzt wird’s etwas heller.

"Krone": Für Sie ist es auch eine Premiere. Aufgeregt?

Wolfgang Hießböck: Ich freue mich darauf, mit dem Nachtsichtgerät zu fliegen. Es wird sicher eine Umstellung, weil man unten durch auf die Instrumente blickt und für die Umgebung durchschaut.

"Krone":Glauben Sie, dass man mutiger wird, wenn man über das Gerät verfügt?
Hießböck: Ich weiß nicht, aber ich glaube und hoffe nicht. Dafür ist es nicht gedacht. Wir konnten bisher auch schon Nachtflüge absolvieren, jetzt wird es eben einfacher und sicherer. Dafür sind wir Piloten und die Crews auch sehr dankbar.

"Krone": Warum wird die gesamte Crew ausgestattet?
Hießböck: Der Pilot und der Flugretter sitzen im Cockpit, der Arzt hinten soll auch etwas sehen. Und sechs Augen sehen bekanntlich mehr als vier - und somit ist es auch gut, dass alle ausgestattet werden.

"Krone": Wie oft werden die Nachtsichtgeräte zum Einsatz kommen?
Hießböck: Wir haben mehrmals im Monat Einsätze, die in die Dämmerung und in die Nacht hineinreichen. Also schon regelmäßig.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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