Mo, 17. Dezember 2018

Freifahrt-Fiasko

18.09.2017 16:39

Direktor entschuldigt sich öffentlich

Seit 17 Jahren gibt es den OÖ Verkehrsverbund (OÖVV), seit 15 Jahren ist Herbert Kubasta als Geschäftsführer an Bord. Am Montag hatte er seine bitterste Stunde, entschuldigte sich öffentlich für das monatelange Desaster bei der Einführung der Online-Anmeldung für die Freifahrt-Tickets - wir berichteten. Erst am Wochenende wurde endlich der tückische Systemfehler entdeckt.

Der OÖVV stellte heuer, wie berichtet, mit 6. Juni auf ein Onlinebestellsystem für die Schüler- und Lehrlingsfreifahrt um. Ziel war es, den bisherigen Papierkrieg zu beenden. Immerhin nutzen rund 104.000 Jugendliche diese Tickets. Beinahe zwei Drittel davon nehmen auch die Jahresnetzkarte für sich in Anspruch.

Kinder und Eltern waren am Verzweifeln
"Debakel um Schülerfreifahrt" berichtete die "OÖ-Krone" schon am 29. August. Denn die neue Online-Anmeldung funktionierte teilweise gar nicht. Bereits in den Ferien hatten Eltern und Kinder wochenlang verzweifelt versucht, den digitalen Hürdenlauf zu bewältigen. Doch meistens scheiterten sie trotz unzähliger Versuche daran, das Foto für den Ausweis hochzuladen. Der Ärger wuchs sich zur Lawine aus, als auch die Hotline des OÖVV ständig überlastet war.
Als besonders problematisch stellte sich heraus, wenn für das Hinaufladen der Fotos Apple-Computer mit dem Safari-Internetbrowser benutzt wurden, wie OÖVV-Technikchef Michael Wagner erklärte.

Formulare sind letzter Ausweg
Als Notmaßnahme konnten - und können - die Anträge immer noch ganz "klassisch" mit einem Formular gestellt werden. 4,5 Prozent der Schüler haben keinen Internetzugang, weitere 4,5 Prozent konnten wegen dem Systemfehler nicht erfolgreich ihre Freifahrtsscheine bestellen - das ergab die Auswertung der Ersatzanträge. Inzwischen bearbeitete der OÖVV aber in der ersten Schulwoche 72.300 Anträge. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum  67.500.


OÖVV-Geschäftsführer Herbert Kubasta entschuldigte sich ausdrücklich und mehrfach für das Fiasko, sagte: "Wir bedauern jeden einzelnen Fall, bei dem es Probleme gab".

"Krone": Die Umstellung auf online war ein Bauchfleck.
Herbert Kubasta: So kann man das nicht sagen. Die OÖVG - das sind wir als Organisations GmbH des Verkehrsverbunds - entschuldigt sich aufrichtig  bei allen Schülern und Lehrlingen für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Aber man muss auch das Ganze sehen: Wir haben trotzdem jetzt schon mehr Anträge abgearbeitet als im vorigen Herbst.

"Krone": Hätte man mit einer langsameren Einführung des neuen Systems nicht einigen Ärger vermeiden können?
Kubasta: Zwei Systeme parallel zu führen, ist zu viel Aufwand. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet. Wir werden aber nach dem Abschluss der Beantragung eine eingehende Analyse durchführen und entsprechende Konsequenzen setzen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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