Do, 20. September 2018

Kritik am Kanzleramt

05.09.2017 09:21

Wiens "Bonzen-Mauer": Viele fordern Baustopp

Der Protest gegen den Bau von zwei hässlichen, 67 Meter langen und 1,5 Millionen Euro teuren Anti-Terror-Mauern vor Kanzleramt und Hofburg wächst: Hunderte krone.at-User wollen, dass dieses Projekt im Herzen Wiens gestoppt wird - und sie ärgern sich über dieses fatale Signal der Politik. Jetzt flog auf: Die Erweiterungswünsche aus dem Kanzleramt haben das Bauprojekt noch zusätzlich verteuert.

"Das ist doch unerhört: Für Grenzzäune war kein Geld da, aber jetzt bunkern sich die Herrschaften in ihrem Regierungsviertel ein", kritisierte etwa krone.at-Stammleser Harald Z. am Redaktionstelefon. Und längst hat der teure Wall gegen anrasende Sprengstoff-Lkw in der Wiener Bevölkerung einen Namen: Der "Bonzen-Limes" beim Kanzleramt wird als Beleg für die Unehrlichkeit der Bundesregierung bei ihren bisherigen Aussagen über die wahre Sicherheitslage in Österreich interpretiert.

krone.tv-Video: Das ist die Anti-Terror-Mauer

krone.at-User: "Warum fürchtet sich die Regierung plötzlich so?"
Viele krone.at-User fordern bereits, dass der Bau der Stahlbeton-Konstruktion im historisch wertvollen Kern Wiens sofort gestoppt werden müsste: Die 80 Zentimeter hohe Barriere und die 70 (!) Sicherheits-Poller würden "ohnehin wenig bringen und gleichzeitig das Stadtbild verschandeln". Und in Postings im krone.at-Forum ist zu lesen: "Warum fürchtet sich die Regierung plötzlich so? Was hat sich denn seit 2015 geändert?"

Tatsächlich ist die Idee für dieses Sicherheitskonzept bereist 2015 entstanden, angeblich nach ersten Terroranschlägen mit Lastwagen. Die konkrete Forderung nach zwei Mauern sei aus der Präsidentschaftskanzlei gekommen, wissen "Krone"-Informanten aus dem Verfassungsschutz, der den Mauerbau dann geplant hat.

Wunsch aus Kanzleramt verteuert den Mauerbau
Und laut den vertraulichen Planungspapieren habe ein aktueller Sonderwunsch aus dem Kanzleramt im Juni dieses Jahres das ganze Projekt noch zusätzlich verteuert: Mitarbeiter des Bundeskanzlers wollten nämlich noch eine Verlängerung der ohnehin schon hässlichen Mauer weiter Richtung Ecke Löwelstraße/Metastasiogasse ...

Am 6. Oktober, neun Tage vor der Nationalratswahl, soll der Kanzler- und Präsidenten-Limes am Ballhausplatz fertiggestellt sein. Übrigens wurde die Kritik der Bezirksvorstehung 2015, dass die Mauer ohne architektonische Ausschreibung an diesem geschichtsträchtigen Ort gebaut wird, vom Verfassungsschutz ignoriert.

Richard Schmitt
Richard Schmitt

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