Mo, 21. Jänner 2019

Mission in Jordanien

01.09.2017 06:56

Bundeswehr-Soldaten sollen der Scharia unterliegen

Wegen der zunehmenden politischen Spannungen zwischen Berlin und Ankara hat die deutsche Bundeswehr mit Ende Juli ihren Aufklärungseinsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat von der türkischen Basis Incirlik aus beendet. Tornado-Jets und Personal sollen nun nach Jordanien verlegt werden. Doch die Umsiedlung stockt, denn der nächste Streit bahnt sich an. Im jordanischen Königreich herrscht ein Rechtssystem, das Elemente der Scharia enthält. Während die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel für ihre Soldaten Immunität gewährt bekommen möchte, will Amman keine Ausnahme für Bundeswehrangehörige.

Seit Wochen versuchen das Verteidigungs- und das Außenministerium in Berlin ein formales Abkommen mit der jordanischen Regierung zu erreichen, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. Bereits ab Oktober soll die deutsche Mission im Rahmen der Anti-IS-Allianz wieder fortgesetzt werden. Doch dieser Zeitplan scheint nun zu wackeln.

Die Bundesregierung möchte natürlich den höchstmöglichen Schutz für die 250 Bundeswehrangehörigen auch außerhalb des Luftwaffenstützpunktes Muwaffak Salti garantieren. Die Immunität beträfe jene Zeit, in der die Mitglieder der deutschen Mission dienstfrei und als ausländische Touristen im sunnitisch geprägten Königreich unterwegs sind.

Zwar entscheiden islamische Rechtsgelehrte in Jordanien lediglich in Familien- und Erbschaftsangelegenheiten. Aber zivile Gerichte fällen mitunter sehr strenge Urteile bis hin zur Todesstrafe.

Katar: Deutsche Offiziere werden nach Straftat ausgeflogen
Mit einem ähnlichen Problem sah sich die Bundeswehr laut dem "Spiegel" auch schon im Vorjahr in Katar konfrontiert. Dort sind ebenfalls deutsche Offiziere stationiert. Schlussendlich habe sich die Regierung in Berlin mit dem Gastgeberland auf einen Kompromiss geeinigt. Im Falle einer Straffälligkeit soll der betroffene deutsche Staatsbürger sofort außer Landes geflogen werden.

Gabor Agardi
Gabor Agardi

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Fünfte Bluttat 2019
Stiche in den Hals: Frau (32) in Tulln ermordet
Niederösterreich
Talente kommen
Sturm Graz leiht Jakupovic und Mensah aus
Fußball National
Wagner-Nachfolger
Huddersfield Town holt erneut deutschen Trainer
Fußball International
Hiobsbotschaft
Kreuzbandriss! Grange verpasst Ski-WM
Wintersport
Olympiasieger 2014
Biathlon-Star Schipulin geht in die Politik
Wintersport
Fake-Brief an „Krone“
„Letztklassig“: Ministerin rüffelt SP-Gewerkschaft
Österreich
Traumtor „vorbereitet“
Katastrophales Heimdebüt von Fabregas bei Monaco!
Fußball International
Verträge enden im Juni
Diese zwei Rapidler werden ins 2. Team versetzt
Fußball National
„Ten Years Challenge“
Facebook-Hype: Wie Stars vor 10 Jahren aussahen
Sport-Mix
Krönung der Karriere?
Hammer! Das ist „Prinz Boatengs“ neuer Klub
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.