Amoklauf angekündigt

15-Jähriger soll in Sonderanstalt

Mit der Ankündigung eines Amoklaufs an der Neuen Mittelschule in Ohlsdorf hatte ein 15-Jähriger Ende Juni Schlagzeilen gemacht. Jetzt ist die Anklage fertig: Dem Schüler werden gefährliche Drohungen, Verbrechen nach dem NS-Verbotsgesetz, Vergehen nach dem Waffengesetz und Kinderpornografie vorgeworfen. Er soll in eine Anstalt.

Der 15-Jährige hatte am 27. und 28. Juni - so die Anklage - vor ehemaligen Mitschülern gedroht, drei Lehrer umzubringen. Er soll in eine Tischplatte ein Hakenkreuz eingebrannt und einen Felsen vor der NMS Ohlsdorf mit diesem Nazi-Symbol beschmiert haben - das sind Verbrechen gegen das NS-Verbotsgesetz.

Kinderpornos am Computer
Außerdem soll der PTS-Schüler eine Kombination aus Messer und Schlagring besessen haben -  eine verbotene Waffe. Zusätzlich hatte der Bursch laut Staatsanwaltschaft Wels Kinderpornos am Computer.

Halbes Strafmaß aufgrund seiner Jugend
Weil es sich um einen Jugendlichen handelt, gilt das halbe Strafmaß, in diesem Fall sind es also fünf Jahre.

Gutachter attestiert ihm weitere Gefährlichkeit
Doch bei dem 15-Jährigen aus Ohlsdorf ist die Sachlage verzwickter: Denn der Bursch ist psychisch beeinträchtigt, war bereits vor dem angekündigten Amoklauf in Behandlung. Der Gerichtspsychiater stellte fest, dass der 15-Jährige zu den Tatzeitpunkten zurechnungsfähig war und dass er aufgrund seiner seelischen Beeinträchtigungen weiterhin gefährlich ist. Die Staatsanwaltschaft Wels fordert deshalb nicht nur eine Bestrafung, sondern auch die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Der offenbar gefährliche 15-Jährige befindet sich bereits jetzt in der sogenannten "vorläufigen Anhaltung" im Linzer Neuromed Campus. Ein Prozesstermin steht derzeit noch nicht fest.


Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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