Sa, 18. August 2018

Zugdrama in Ägypten

14.08.2017 14:30

Selfies am Unglücksort: Sanitäter strafversetzt

In Ägypten sind sechs Rettungssanitäter in eine abgelegene Oase strafversetzt worden, weil sie nach dem verheerenden Zugunglück mit fast 50 Toten vor einem der verunglückten Züge Selfies aufgenommen hatten. Der zuständige Abteilungsleiter im Gesundheitsministerium, Ahmed al-Ansari, stufte das Verhalten der Sanitäter am Wochenende als "unangemessen" ein. Sie seien unmittelbar strafversetzt worden. Zwei Lokführer und ihre beiden Assistenten wurden nach dem Unglück festgenommen.

Die Sanitäter waren ihrerseits fotografiert worden, während sie am Unglücksort die Selfies machten. Als die Aufnahmen ins Internet gestellt wurden, brach ein Sturm der Entrüstung los. Auf Twitter erschien ein Kommentar mit der Bemerkung: "Gewissen im Koma".

Lokführer verhaftet, Bahnangestellte suspendiert
Die beteiligten Lokführer und ihre Assistenten müssen nach ihrer Festnahme während der Ermittlungen für mindestens 15 Tage in Gewahrsam bleiben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena. Zudem wurden neun Bahnangestellte für mehrere Monate suspendiert.

Banhnchef trat zurück
Bahnchef Medhat Shousha nahm nach dem schweren Zugunglück den Hut. Transportminister Hesham Arafat habe den Rücktritt des früheren Armeegenerals angenommen, berichtete das Staatsfernsehen.

Unglück in Haltestelle
Bei dem Zusammenstoß zweier Züge in der Hafenmetropole Alexandria am Freitag starben dem Staatsfernsehen zufolge 49 Menschen, mehr als 100 wurden verletzt. Zu dem Unfall kam es dem Transportministerium zufolge, weil ein aus der Hauptstadt Kairo kommender Zug von hinten in einen Zug aus Port Said gefahren war, der an einer Haltestelle wartete.

Menschliches Versagen und schlechte Infrastruktur
Transportminister Hesham Arafat sagte, dass ein Fehler beim manuell bedienten Weichensystem zu dem tödlichen Zwischenfall beigetragen habe. Erste Ermittlungsergebnisse zeigten, dass menschliches Versagen und die schlechte Infrastruktur an der Kollision beteiligt gewesen seien. Die schlechte Qualität von Fahrzeugen, Straßen und Schienen in Ägypten gilt als eine der Hauptursachen für die vielen Verkehrstoten in dem nordafrikanischen Land.

Es handelt sich um das schwerste Zugsunglück in Ägypten seit mindestens fünf Jahren. In dem Land kommt es regelmäßig zu schweren Zugunglücken. Das mit Abstand schlimmste ereignete sich 2002, als durch einen Brand in einem Abteil mehr als 360 Menschen starben. 2012 starben nach dem Zusammenstoß einer Bahn mit einem Schulbus mehr als 50 Menschen.

 krone.at
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