Di, 13. November 2018

Rabiate Tierschützer

02.08.2017 13:27

Streiterei bei Rekordhitze: Fiaker niedergeprügelt

Es waren hitzige Szenen, die sich am Sonntagnachmittag in Wien abgespielt haben. Als ein Fiakerfahrer gerade auf dem Heimweg von seiner Tagestour war, kam es zum Aufeinandertreffen mit zwei jungen Tierschützern. Die beiden wollten die Pferde nach Informationen der "Krone" streicheln, was der Kutscher ihnen aber verweigerte. Das Duo - zwei 25 Jahre alte Wiener - wurde daraufhin rabiat und griff den Mann an. Das Opfer liegt nun im Krankenhaus - wegen Herzproblemen.

Gerade in der Sommerzeit rückt das Thema Fiakerfahrten immer wieder in den Fokus. Vor einem Jahr wurde gesetzlich verankert, dass Pferde ab Temperaturen von 35 Grad nicht mehr ihren Dienst als Zugtiere von Kutschen verrichten müssen. Erst am Dienstag war die Temperaturmarke in Wien überschritten worden, woraufhin die Pferde hitzefrei bekamen.

Dass die Hitze den Tieren enorm zusetzt, gerade unter derartiger Belastung, ist nachvollziehbar. Und nach wie vor ist das Thema Fiaker ein heiß diskutiertes. Tierschützer vertreten die Meinung, dass Pferde in der Stadt generell nichts verloren haben, Kutscher sehen das naturgemäß anders.

Streit eskaliert völlig
Auch dass in solch einem Fall die Wogen hochgehen können, ist nicht von der Hand zu weisen. Wie der Fall vom Wochenende zeigt, werden dabei allerdings auch Grenzen weit überschritten: Kutscher Markus W. war mit seinem Gespann am Sonntagnachmittag auf dem Heimweg von seiner Tour, als er im Bezirk Landstraße zwei junge Männer auf sich zukommen sah. Die beiden wollten die Pferde streicheln, was der Kutscher aber nicht zuließ.

Wildes Gerangel auf Kutsche
Ein Wort führte zum nächsten, der Kutscher hob daraufhin seine Peitsche in die Luft - die Situation eskalierte völlig: Die beiden mutmaßlichen Täter rannten plötzlich auf die Kutsche zu, einer sprang in den hinteren Teil, der zweite auf den Kutschbock neben den Fahrer. Augenblicke später kam es auch schon zum wilden Gerangel, wobei sogar das Hemd des Fiakerfahrers komplett zerrissen wurde. Schließlich ließen die beiden Angreifer von dem Mann ab und suchten das Weite, wie die Polizei gegenüber der "Krone" bestätigte.

Markus W. erlitt bei der Attacke zwar keine äußerlich sichtbaren Verletzungen, jedoch einen schweren Schock, sodass er sich letztlich ins Krankenhaus begeben musste. Der Angriff auf ihn setzte ihm offenbar derart zu, dass er nun auch wegen Herzproblemen behandelt werden muss.

Solidarität vom "Fiaker-Baron"
"Fiaker-Baron" Wolfgang Fasching zeigte sich gegenüber krone.at von dem Vorfall schockiert (siehe Video-Statement oben). Aus Solidarität mit dem Opfer - allerdings auch aus Angst - minimiert er nun die Sommerfahrten. Ein Kollege des betroffenen Fiaker-Fahrers erfuhr seitens der Polizei, dass hinter den Angreifern radikale Tierschützer steckten.

VGT: "Keiner von uns"
Befragt zum Vorfall, reagierte Rechtsexperte und Tierschützer Michael Krumböck überrascht: "Der Fall ist uns nicht bekannt." Dennoch glaubt er nicht, dass die Täter in den Reihen der Tierschützer vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) zu finden sind: "Das war sicher keiner von uns." Man lehne Gewalt ab.

 krone.at
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