So, 21. Oktober 2018

Tsunami traf Hafen

21.07.2017 12:43

Touristen bei Seebeben vor Insel Kos getötet

Ein Seebeben der Stärke 6,5 bis 6,7 vor der griechischen Ägäis-Insel Kos hat mindestens zwei Menschen das Leben gekostet und Panik unter den Bewohnern ausgelöst. Bei den Toten handelt es sich um Touristen, einen türkischen und einen schwedischen Staatsbürger. Mindestens 120 Personen wurden verletzt. Der Jachthafen der gleichnamigen Inselhauptstadt Kos wurde zudem von einer Tsunami-Welle getroffen, Gebäudemauern zeigten Risse oder stürzten teils sogar ein. Auch in der Türkei, deren Südwestküste nur wenige Kilometer von Kos entfernt ist, wurden mehrere Menschen verletzt und mussten behandelt werden.

Athen schickt Rettungsmannschaften
Aus Athen wurden Rettungsmannschaften mit zwei Hubschraubern und einem Flugzeug nach Kos geschickt. Vor allem im Zentrum der Stadt, wo sich Dutzende Bars befinden, kam es laut Bürgermeister Giorgos Kyritsis zu Schäden. Zum Zeitpunkt des Bebens am frühen Freitagmorgen waren die Bars am Hauptplatz von Kos voller Menschen. Das Dach einer Bar sei eingestürzt, sagte der Bürgermeister dem Sender ERT. Dort sollen auch die zwei jungen Menschen ums Leben gekommen sein. Die beiden Todesopfer seien von herunterfallenden Trümmern getroffen worden.

Nach Angaben des griechischen Marine-Staatssekretärs Marchande Nektarios Santorinios lag die Zahl der Verletzten bei insgesamt 120. Hubschrauber brachten Verletzte auch nach Rhodos, wo das Erdbeben ebenfalls zu spüren gewesen war, bzw. Kreta. Drei der ins Krankenhaus gebrachten Patienten seien schwer verletzt, aber nicht in Lebensgefahr, berichtete ERT unter Berufung auf Ärzte einer Klinik.

Keine Meldungen über verletzte Österreicher
Hinweise auf verletzte Österreicher gibt es laut Außenministerium nicht. Reisende sowie ihre Angehörigen können sich an das Bürgerservice unter der Nummer 0501150 4411 wenden. "Im konkreten Fall gibt es kaum Anrufe von Angehörigen, alles deutet darauf hin, dass keine Österreicher betroffen sind", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll.

Österreicher auf Kos: "So ein Erdbeben in Österreich nicht erlebt"
Die rot-weiß-roten Urlauber auf Kos kamen also offenbar wohlbehalten, wenn auch mit einem kleinen Schock davon. "So ein Erdbeben habe ich in Österreich nicht erlebt", sagte etwa der 21-jährige Johannes Hatter aus dem niederösterreichischen Baden, der sich mit seiner Freundin seit Mittwoch rund vier Kilometer außerhalb der Stadt einquartiert hat. Die halbe Nacht verbrachte das Paar mit anderen Hotelgästen im Freien. "Das Bett und das ganze Zimmer haben gegen 1.35 Uhr ziemlich gewackelt. Ich schlafe normalerweise sehr tief, aber da bin ich aufgewacht", schilderte der Mann.

"Es ist dann auch gleich der Feueralarm losgegangen. Die Gäste haben sich vor dem Hotel versammelt und waren zuerst einmal ratlos, weil man nicht wusste, was los ist. Brennt das Hotel? Oder war es nur das Erdbeben?" Dann seien das Hotelpersonal und der Manager gekommen, hätten Wasser und Decken verteilt sowie Fragen beantwortet. Es folgten mehrere Nachbeben. Nachdem im ersten Moment ein bisschen Unruhe aufgekommen war, blieben die Hotelgäste gefasst - wohl auch, weil das Personal eher entspannt blieb. "Die dürften das gewohnt sein, bis auf die Stärke des Bebens", schilderte Hatter. Seine Freundin und er kehrten gegen 5 Uhr in ihr Zimmer zurück.

Hafenviertel durch Tsunami überschwemmt
Die durch den Tsunami ausgelösten Wellen - laut Experten waren sie nicht höher als 70 Zentimeter - hätten das Hafenviertel überschwemmt, berichteten Augenzeugen. Mehrere Boote wurden beschädigt, mindestens eines wurde an Land gespült. Aufnahmen des griechischen Staatsfernsehens zeigten Geröll überall entlang der Kaimauer. Eine Fähre konnte laut ERT wegen der Schäden nicht im Hafen anlegen. Der Hafen von Kos wurde vorläufig geschlossen, der Fährverkehr auf die Insel vorübergehend eingestellt.

Es gab unterschiedliche Messungen der Stärke des Bebens. Der Chef der griechischen Erdbebenbehörde, Efthymios Lekkas, sagte im griechischen Radio, das Seebeben habe eine Stärke von 6,5 gehabt. Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab die Stärke mit 6,7 an. Das Zentrum des Bebens lag laut USGS nahe der türkischen Küstenstadt Bodrum in etwa zwölf Kilometern Tiefe. Dem Hauptbeben folgten mehrere schwächere Nachbeben. Bodrum liegt rund zehn Kilometer Luftlinie von Kos entfernt. Nach Angaben des Europäischen Seismologischen Zentrums leben rund eine Million Menschen in der Region, in der die Erschütterungen zu spüren waren. Bewohnern von Kos und Bodrum wurde geraten, sich von Stränden und beschädigten Gebäuden fernzuhalten.

Letztes Erdbeben erst im Juni
Erst Mitte Juni hatte die Erde auf den Inseln Lesbos, Chios und an der Westküste der Türkei gebebt. Auf Lesbos kam ein Mensch ums Leben, viele Häuser wurden zerstört. Die Erschütterungen waren noch Hunderte Kilometer vom Zentrum des Bebens entfernt zu spüren.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

Schwere Schäden auch im Südwesten der Türkei:

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