Mo, 16. Juli 2018

Sieg für Steirer

09.07.2017 19:01

Ferdinand Schmalz erhielt den Bachmannpreis 2017

Der aus dem uniT-Umfeld aufgetauchte steirische Dramatiker Ferdinand Schmalz, der dem Grazer Schauspielhaus schon manch Highlight schenkte, und John Wray, ein US-Amerikaner mit Kärntner Wurzeln: Wie prognostiziert holten diese beiden die höchstdotierten Preise bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

In den letzten zwei Jahren ist Jurorin Sandra Kegel mit dem Versuch, Schmalz als Teilnehmer zu gewinnen, sozusagen ins Fettnäpfchen getreten. Sie ließ nicht locker, wurde erhört und bewies mit der Einladung ein goldenes Händchen für einen coolen Siegertypen. Letzteres würde zwar auch auf die "Schmalz-ige", gut behütete Optik passen, die frappant an Ödön von Horváth erinnert, ist aber der makellosen Erscheinungsform des gammelig-erhabenen Schauermärchens "mein lieblingstier heißt winter" geschuldet. Besagtes begleitet mit anarchischem Humor einen Tiefkühlkostlieferanten im Sommer und lässt es im Aufeinanderprallen von Kälte und Hitze, drei Männern, zwei Todesfällen und einem Eisschrank heißkalt rocken. Fazit: Der mit 25.000 € dotierte Bachmann-Preis.

John Wray erhielt für seinen ersten deutschen Text "Madrigal" den neuen Deutschlandfunk-Preis: Für virtuose Gegenwartspolyphonie, die als Reise in verschachtelte Innenwelten des Bewusstseins daherkommt. Den kelag-Preis erhält Eckhart Nickel (D) für seine Hommage "Hysteria" an die Erzähler der frühen Moderne, Gianna Molinari (CH) bekommt für "Loses Mappe" den 3sat-Preis, Karin Peschka aus Linz für "Wiener Kindl" den Publikumspreis.

Irina Lino, Kronen Zeitung

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