So, 19. August 2018

"Krone"-Testfahrt

05.07.2017 17:53

Schleichfahrt über die "Süd"

Weil alle darüber reden. Die "Kärntner Krone" machte den Praxistest: Was würde es bedeuten, wenn zwischen Klagenfurt und Velden eine generelle Beschränkung käme - 17 Kilometer mit 100 gegen 130.

Vorab müssen wir uns entschuldigen - Kollege Alexander Schwab und ich. Bei allen, denen wir beim Versuch, genau 100 zu fahren, mit unserer "mobilen Redaktion" vor der Nase "herumgegurkt" sind; nur minimal schneller als die Lkw auf der ersten Spur.

Der gefühlte Unterschied ist jedenfalls unglaublich groß - siehe unsere Videos in diesem Beitrag: Mit 100 wird man pausenlos überholt, fühlt sich extrem langsam. Mit 130 dagegen geht es richtig zügig dahin.

Den Praxistest machten wir am Vormittag, bei für die Südautobahn normalem Verkehr zwischen dem Knoten Klagenfurt-Jerolitsch und Velden-West.

Auf diesem exakt 17 Kilometer langen Stück der "A 2" will ja Umwelt-Landesrat Rolf Holub eine generelle 100 km/h-Beschränkung verordnen, um den Lärm zu reduzieren. Und das bringt die Volksseele, insbesondere jene der zahllosen Pendler, zum Kochen. "Autobahn muss Autobahn bleiben", lautet die Devise.

"Gegen den Lärm gibt es ja eigentlich endlose, sündteure Schutzwände", wendet etwa ARBÖ-Geschäftsführer Thomas Jank ein. Und er hat durchaus Recht. So viel Lärmschutz wie entlang des Wörthersees gibt’s kaum wo. Zweitens: Der meiste Lärm kommt unbestritten von den Lastwagen. Und die fahren (zumindest offiziell) mit 80 km/h - heute und wohl auch in Zukunft.

Was die Pendler am meisten aufregt, ist der "Zeitverlust" durch eine mögliche Beschränkung. Der hält sich auf den ersten Blick in Grenzen. Beim "Krone"-Test waren wir von Klagenfurt nach Velden - natürlich verkehrsbedingt immer wieder behindert, etwa durch eine Baustelle wegen Baumschnitts und das automatische Abbremsen unseres VW-Multivan, der mit einem Frontradarsystem ausgestattet ist: Mit maximal 100 km/h brauchten wir 11 Minuten 28 Sekunden, mit 130 waren es dann 10 Minuten.

In der Gegenrichtung ohne Baustelle ergab die Messung 9 Minuten 58 gegen 7 Minuten 50; also knapp über zwei Minuten Unterschied.

Nicht gemessen, sondern rein mathematisch ermittelt, wären es 2 Minuten 21 Sekunden Differenz.

Doch bleiben wir bei zwei Minuten, hin und retour sind das vier, in der Woche schon 20 und übers Jahr mehr als 15 Stunden, die ein Pendler länger im Auto absitzen muss.

Zurück zum Lärm: Was auffällt, ist der Versuch, diesen nur auf der Straße zu suchen. Das wahre Lärmproblem am Wörthersee ist aber ein anderes. Es ist die Eisenbahn, die in Kürze noch viel mehr Züge an den See schleusen wird und dennoch als "grün" gilt. Die politischen Bemühungen, hier vor Fertigstellung der Hochleistungsachse zwischen Adria und Baltikum Abhilfe zu schaffen, sind überschaubar.

Hannes Mößlacher, Kärntner Krone

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